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Freitag, 24.05.2019

Gemeinsame Gebetszeit

"Herr Jesus Christus,
wir sind Zeugen Deines Todes
und Deiner Auferstehung"
Apg 15, 22-31; Ps 57, 8-11; Joh 15, 12-17

Hymnus

Zum Mahl des Lammes schreiten wir

Mit weißen Kleidern amgetan,

Christus, dem Sieger singen wir,

der uns durch´s  Rote Meer geführt.

 

Am Kreuze gab er seinen Leib

Für alle Welz zum Opfer hin;

Und wer von seinem Blute trinkt,

wird eins mit ihm und lebt mit ihm.

 

Am Pascha-Abend weist das Blut

Den Würgeengel von der Tür:

Wir sind befreit aus harter Fron

Und von der Knechtschaft Pharaos.

 

Christus ist unser  Osterlamm,

das uns zum Heil geschlachtet ward.

Er reicht uns seinen Heilg`gen Leib,

als Brot, das uns sein Leben schenkt.

 

Lamm Gottes, wahres Opferlamm,

durch das der Hölle Macht zerbrach!

Den  Kerker hast Du aufgesprengt,

zu neuem Leben uns befreit.

 

Erstanden ist der HERR vom Grab,

kehrt siegreich aus dem Tod zurück.

Gefesselt ist der Fürst der Welt,

und offen steht das Paradies.

 

Dem Herrn sei Preis und Herrlichkeit,

der aus dem Grabe auferstand,

dem Vater und dem Geist zugleich

durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.

Ps 28, 1-3. 6-9

Halleluja, Halleluja, Halleluja!

Zu dir rufe ich, Herr, mein Fels.*

Wende dich nicht schweigend ab von mir!

 

Denn wolltest du schweigen,*

würde ich denen gleich, die längst begraben sind.

 

Höre mein lautes Flehen, wenn ich zu dir schreie,*

wenn ich die Hände zu deinem Allerheilgsten erhebe.

 

Raff mich nicht weg mit den Übeltätern und Frevlern, + die ihre Nächsten freundlich grüßen,

doch Böses hegen in ihren Herzen.

 

Der Herr sein gepriesen!*

Denn er hat mein lautes Flehen erhört.

 

Der Herr ist meine Kraft und mein Schild,*

mein Herzvertraut ihm.

 

Mir wurde geholfen. Da jubelt mein Herz;*

ich will ihm danken mit meinem Lied.

 

Der Herr ist die Stärke seines Volkes,*

er ist Schutz und Heil für seinen Gesalbten.

 

Hilf deinem Volk und segne dein Erbe,*

führe und trage es in Ewigkeit!

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,*

wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit, und in Ewigkeit. Amen.

Halleluja, Halleluja, Halleluja!

Kurzlesung Kol 1 24-25

Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt. Ich diene der Kirche durch das Amt, das Gott mit übertragen hat, damit ich euch das Wort Gottes in seiner Fülle verkündige.

Responsorium

V Der Herr ist wahrhaft auferstanden. Halleluja!

R Er ist dem Simon erschienen. Halleluja!

Impuls

Die heutige Tageslesung (Apg. 15, 22 – 31) und die Verse davor bieten uns ein schönes Beispiel einer interkulturellen Konfliktlösung und zeigen eindrucksvoll, wie man aus einer Sackgasse polarisierender Positionen herauskommen kann. In Juristenkreisen kann man nicht selten zwei gegensätzliche „Sprüche“ hören: Den einen: „jedes Schriftel ist ein Giftel“ vertreten die, die sich wohler fühlen, wenn sie es aus bestimmten Interessen eher bei latenten Unklarheiten belassen wollen.  Im Gegensatz dazu steht die doch etwas seriösere Sentenz: „Wer schreibt, der bleibt“. Diesem Grundsatz scheinen sich Jakobus und seine Apostelkollegen eher verpflichtet zu fühlen, wenn man liest, wie sie nach z. T. heftig geführten Beratungen ihre Entscheidung in sehr transparenter und vertrauenswürdiger Form der Gemeinde in Antiochia per Brief mitteilen, der dann von sehr angesehenen Männern dort persönlich überreicht wird.               In  Antiochia, einer vorderasiatischen Metropole, in der mittlerweile eine stattliche Anzahl von Heidenchristen beheimatet ist, scheint sich ein eskalationsträchtiger Konflikt anzubahnen, ausgelöst durch bekehrte Pharisäer aus der judenchristlichen Gemeinde in Jerusalem. Die meinen nämlich, man könne nur Christ sein, wenn man zuvor Jude wird, einschließlich der Einhaltung aller Initiationsriten – vor allem der Beschneidung. Vor diesem Hintergrund findet das Apostelkonzil statt und will diese Frage klären. Die letztlich getroffene Entscheidung beschreiben sie so, dass Christen, die aus einem anderen kulturellen Hintergrund kommen, nicht zuvor zum Judentum konvertieren müssen. Es geht nicht um neue Lasten, sondern um die wenigen Gebote, die für das Christentum essentiell sind.  In der lukanischen Formulierung: „Der Heilige Geist und wir haben beschlossen, Euch keine weiteren Lasten aufzuerlegen, als diese notwendigen, spürt man förmlich die entlastende Freiheit: Der Text endet mit den Versen: „Die Brüder lasen ihn   (den Brief) und freuten sich über die Ermunterung.“

Gebetsgedenken

Allmächtiger Gott!  Stehe den Verantwortlichen in der Kirche bei, wenn es darum geht mutige Entscheidungen zu treffen. Stärke sie in dem Glauben, dass du deine Kirche nie im Stich lassen wirst.

Oration

Wir bitten dich, allmächtiger Gott, präge und forme unser Leben durch die österlichen Geheimnisse, die wir in diesen Tagen feiern. Heile und schütze uns durch die Macht unseres auferstandenen Herrn Jesus Christus, der in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

Der Herr segne uns,
er bewahre uns vor Unheil
und führe uns zum ewigen Leben.
Amen.

 

 

 

 

Auferstehungsgebet

Vater, du hast in deinem gekreuzigten Sohn, den du durch denTod in dein ewiges Leben genommen hast, dein Ja hineingegeben in unser sündiges Sein. Im Auferweckten ist deine Liebe stärker als alle Lieblosigkeit dieser Welt.

Werde nicht müde mit uns ! Halte uns aus, forme und um in deiner Geduld. Lass den Geist deines Sohnes unser Leben prägen. Überwinde du uns zum Guten, du vermagst es allein. Amen. (aus dem Odensgebetbuch, S. 85)

Ordensgebet

Herr Jesus Christus,

Du rufst uns,

Zeugen Deiner Botschaft und Deiner Erlösung zu sein.

Wir sind Zeugen Deines Todes und Deiner Auferstehung,

Zeugen des Lebens, das Du gebracht hast,

Zeugen der Liebe, Zeugen der Freude.

Wir sind gerufen,

aus der Kraft Deines Kreuzes und Deiner Auferstehung,

durch unser Wort und unser christliches Leben,

den Menschen Hoffnung und Zuversicht zu geben.

Herr,

gib uns in Deinem Geist Mut zum Zeugnis.

Gib uns offene Augen,

offene Ohren

und ein offenes Herz für die Not der Menschen,

besonders für die Christen im Hl. Land,

die unserer persönlichen Sorge anvertraut sind.

Lass uns denken und handeln nach Deinem Wort und Beispiel.

Lass uns unsere Berufung leben mit den Schwestern und Brüdern,

die zur Gemeinschaft des Ritterordens gehören.

Lass uns miteinander auf dem Weg sein.

Lass uns leben in und mit Deiner Kirche.

Lass uns selbst Kirche sein, wie Du sie gewollt hast.

Sei gepriesen jetzt und in Ewigkeit.

Amen.