Image
Freitag, 12.04.2019

Gemeinsame Gebetszeit

"Herr Jesus Christus,
wir sind Zeugen Deines Todes
und Deiner Auferstehung"
Jer 20, 10-13; Ps 18.2-7. 20; Joh 10, 31-42

Hymnus

Nun ist sie da, die rechte Zeit,

die Gottes Huld uns wieder schenkt,

nun ist er da, der Tag des Heils,

erfüllt von Christi hellem Licht.

 

Jetzt soll sich unser ganzes Herz

durch Fasten und Gebet erneun,

und durch Entsagung werde stark,

was müde ist und schwach und krank.

 

Lass uns, o Herr, mit Geist und Leib

das Werk der Buße freudig tun,

dass wir den Übergang bestehn

zum Pascha, das kein Ende kennt.

 

Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit,

lobsinge alles, was da lebt.

Lass uns, durch deine Gnade neu,

dich preisen durch ein neues Lied.

Off 15.3-4

Alle Völker werden kommen und niederfallen vor Dir, unserm Gott und Herrn

 

 

 

 

Groß und wunderbar sind deine Taten,*

Herr und Gott, Du Herrscher über die ganze Schöpfung!

 

Gerecht und zuverlässig sind Deine Wege,*

Du König der Völker.

 

Wer wird Dich nicht fürchten, Herr,*

wer wird Deinen Namen nicht preisen?

 

Denn Du allein bist heilig;+ Alle Völker kommen und beten Dich an;*

denn offenbar geworden sind Deine gerechten Taten.

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohn*

und dem Heiligen Geist.

 

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit*

und in Ewigkeit. Amen.

 

Alle Völker werden kommen und niederfallen vor Dir, unserm Gott und Herrn

 

 

 

Kurzlesung 1 Petr 2 21b-24

Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt. Er hat keine Sünde begangen, und kein trügerisches Wort war in seinem Mund. Er wurde geschmäht, schähte aber nicht; er litt, drohte aber nicht, sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter. Er hat unsere Sünden mit seinem Leib auf das Holz des Kreuzes getragen, damit wir tot seien für die Sünden und für die Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr geheilt.

Responsorium

V Sei mir gnädig und heile mich, * ich habe vor dir gesündigt.

R Sei mir gnädig und heile mich,* ich habe vor dir gesündigt.

V Verschließe mir nicht dein Erbarmen; Herr, eile mir zur Hilfe.* ich habe vor dir gesündigt,

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,

R Sei mir gnädig und heile mich,* ich habe vor dir gesündigt.

Impuls

Aber der Herr der Heere prüft den Gerechten, er sieht Herz und Nieren.“ (Jer 20, 12)

„Auf Herz und Nieren prüfen“ sagen wir auch in der Umgangssprache, wenn wir uns etwas sehr gründlich anschauen, um „auf Nummer Sicher zu gehen“. Dass es eigentlich eine „Prüfungsmethode“ Gottes gegenüber dem Menschen ist und aus den Psalmen (Ps 7, 10) stammt (es findet sich dann nicht nur beim Propheten Jeremias wieder, sondern auch in der Offenbarung des Johannes [2, 23]), ist weniger bekannt. Was ist also eigentlich damit gemeint? Nach altem jüdischem Glauben und mangels einer Vorstellung von der Funktion des Gehirns galt das Herz als Ort des Denkens, Planens und Wollens, die Niere aber - ähnlich wie die Leber - als Sitz von Gemütsbewegungen wie Not und Trauer, manchmal auch als Sitz der Lebenskraft oder sogar des Gewissens. Gott prüft also aus Sicht der Bibel Fühlen und Gewissen und wendet damit einen Prüfungsmaßstab an, nach dem der Mensch in Wahrheit gar nicht vorgehen könnte. Was sollte es auch für einen Sinn haben, bei einem gebrauchten Auto Fühlen und Gewissen zu überprüfen?

Ein gutes Gefühl haben wir ja zunächst einmal nicht, wenn wir uns vorstellen, dass Gott uns „auf Herz und Nieren“ prüft. Tatsächlich geht es im Psalm 7, einem Klagelied Davids, genauso  wie im 2. Kapitel des Buchs der Weisheit (s den Impuls aus der Vorwoche) um den Gegensatz zwischen Frevler und Gerechtem: die Prüfung Gottes soll zum Ende des Frevlers und zum Bestand des Gerechten führen. Und die Stelle aus der Offenbarung des Johannes enthält überhaupt eine Drohbotschaft für die Gemeinde in Thyatira wegen des bösen Treibens von Isebel („Ihre Kinder werde ich töten, …“). Natürlich knüpft Jeremias an Davids Psalm an, doch klingt der Grundton tröstlicher, weil hier die göttliche Barmherzigkeit durchschimmert, wenn es danach heißt: „denn dir habe ich meine Sache anvertraut“. Im Vertrauen auf die Barm-herzigkeit, „das erste Attribut Gottes“ (Papst Franziskus), können wir der Herz- und Nieren-prüfung gelassen entgegensehen. Wiederum führt ein Vers aus dem Buch der Weisheit (12, 18) weiter: „Weil du über Stärke verfügst, richtest du in Milde und behandelst uns mit großer Nachsicht; denn die Macht steht dir zur Verfügung, wann immer du willst.“ Man könnte auch sagen: „Weil du uns auf Herz und Nieren prüfst, richtest du uns in Milde“.

Gebetsgedenken

Um die Kraft für eine Lebensführung, die einer Prüfung Gottes „auf Herz und Nieren“ – im Vertrauen auf seine Barmherzigkeit – standhält.

Oration

Barmherziger Gott, wir haben aus menschlicher Schwachheit gefehlt und können aus eigener Kraft dem Netz der Sünde nicht entrinnen. Komm und in deiner Güte zu Hilfe und befreie uns von aller Schuld. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

 

 

 

WIR BETEN MIT DEM KARDINALGROSSMEISTER:

Und doch ruft uns dieses leere Grab zur Solidarität und zur
Feier zusammen. Genau dieses leere Grab feiern wir an
Ostern: Es ist die Auferstehung des Herrn, die uns aus unseren
persönlichen Interessen hinausführt und uns drängt, uns um
unseren Nächsten zu kümmern.
Bei diesem Messopfer ziehen wir in die Welt Gottes ein – in eine
sakramentale Welt, die Raum und Zeit auslöscht und uns
zum Kern des Todes und der Auferstehung Jesu führt, so als
wären wir damals dabei gewesen, als sich all das abspielte,
wie der Papst sagen würde. Möge diese Messe für uns, die wir
diese Stätte, das Heilige Grab in einmaliger Weise verehren,
die sakramentale Wallfahrt zum Kalvarienberg ersetzen.
Edwin Kardinal O’Brien

 

 

 

Der Herr segne uns,
er bewahre uns vor Unheil
und führe uns zum ewigen Leben.
Amen.

 

 

 

 

Auferstehungsgebet

O Licht der wunderbaren Nacht, uns herrlich aufgegangen,

Licht, das Erlösung uns gebracht, da wir vom Tod umfangen,

du Funke aus des Grabes Stein, du Morgenstern, du Gnadenschein,

der Wahrheit Licht und Leben!

 

O Licht der lichten Ewigkeit, das unsre Welt getroffen,

in dem der Menschen Schuld und Leid darf Auferstehung hoffen.

O Nacht, da Christus unser Licht! O Schuld, die Gottes Angesicht

uns leuchten läßt in Gnaden! (GL 1975, 208)

Ordensgebet

Herr Jesus Christus,

Du rufst uns,

Zeugen Deiner Botschaft und Deiner Erlösung zu sein.

Wir sind Zeugen Deines Todes und Deiner Auferstehung,

Zeugen des Lebens, das Du gebracht hast,

Zeugen der Liebe, Zeugen der Freude.

Wir sind gerufen,

aus der Kraft Deines Kreuzes und Deiner Auferstehung,

durch unser Wort und unser christliches Leben,

den Menschen Hoffnung und Zuversicht zu geben.

Herr,

gib uns in Deinem Geist Mut zum Zeugnis.

Gib uns offene Augen,

offene Ohren

und ein offenes Herz für die Not der Menschen,

besonders für die Christen im Hl. Land,

die unserer persönlichen Sorge anvertraut sind.

Lass uns denken und handeln nach Deinem Wort und Beispiel.

Lass uns unsere Berufung leben mit den Schwestern und Brüdern,

die zur Gemeinschaft des Ritterordens gehören.

Lass uns miteinander auf dem Weg sein.

Lass uns leben in und mit Deiner Kirche.

Lass uns selbst Kirche sein, wie Du sie gewollt hast.

Sei gepriesen jetzt und in Ewigkeit.

Amen.