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Der Ritterorden in Österreich

1954 wurde die Österreichische Statthalterei unter dem Großmeister Kardinal Canali mit dem Großprior Erzbischof Dr. Andreas Rohracher und dem Statthalter Univ. Prof. Dr. Erwin Domanig in Salzburg neu begründet. Derzeit zählt der Ritterorden in Österreich über 400 Mitglieder, Ritter, Damen und Geistliche.

Die Österreichische Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem hat Rechtspersönlichkeit kraft kirchlichen Rechts und auch für den innerstaatlichen Bereich aufgrund des Konkordats zwischen der Republik Österreich und dem Heiligen Stuhl.

 

Der Statthalter
leitet und vertritt den Orden in Österreich und gegenüber dem Ausland. Er trägt Sorge für die entsprechenden Tätigkeiten und wacht über die genaue Einhaltung der vom Großmeisteramt ergehenden Richtlinien und Weisungen. Der Ritterorden in Österreich wird geleitet von Statthalter Hofrat DDr. Karl Lengheimer.

 

Der Grossprior
ist der geistliche Führer des Ordens. Er unterstützt den Statthalter bei der Leitung der Statthalterei und begleitet die Kandidaten, Ritter und Damen bei ihrem Leben im Geist des Ordens.
Derzeit ist Dr. Alois Kothgasser, Erzbischof von Salzburg, Großprior der Österreichischen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.

 

Die Komtureien
Das Ordensleben ist in Österreich in folgende elf Komtureien gegliedert, an deren Spitze ein Leitender Komtur steht:
Baden-Wiener Neustadt, Bregenz, Eisenstadt, Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz, Salzburg, Salzkammergut, St.Pölten, Wien

 

Damen im Orden - die „weibliche Seite“ der Grabesritter

Die Ordensdamen sind gemeinsam mit Ordensrittern - Männer in weltlichen Berufen, Ordensleute und Priestern - vollkommen gleichberechtigte Mitglieder des Ritterordens vom Hl. Grab zu Jerusalem. Diese Gleichberechtigung von Frauen, Männern und Klerikern ist einzigartig in der Röm.-Kath. Kirche.

Ursprünglich war nur die Aufnahme männlicher Mitglieder vorgesehen. Doch bereits am 15. April 1871 erhielt Gräfin Mary Frances Lomax aus England, von Papst Pius IX. das Recht, das Abzeichen des Hl. Grabes als Dame des gleichnamigen Ordens zu tragen. Sie ist somit die erste Ordensdame im Orden des Ritterordens vom Hl. Grab zu Jerusalem!

Mit Konsequenz und Ausdauer hat sie die Aufnahme von Damen verfolgt. Papst Leo XIII. bestätigte mit dem Breve Venerabilis Frater vom 3. August 1888 offiziell den Beschluss von Papst Pius IX. und ermächtigte damit den Patriarchen zur Verleihung der Ordensinsignien auch an Damen. Heute gehören dem Orden über sechstausend Damen an, das sind etwa 25 Prozent der Ordensangehörigen.

Der Ordensmantel der Damen ist schwarz mit weißem Revers und dem fünffachen roten Jerusalemkreuz auf der linken Brustseite. Als Mitglieder eines päpstlichen Ordens tragen Ordensdamen einen schwarzen Schleier.

Glaube, Liebe, Hilfsbereitschaft und der geschwisterliche Umgang miteinander zeichnen die Damen vom Hl. Grab zu Jerusalem aus. Sie sind aber auch geprägt vom Selbstbewusstsein mündiger Christinnen.

Im täglichen Leben beweisen sie durch gelebte Nächstenliebe das Füreinander und Miteinander einerseits im Glauben und andererseits im Engagement für das Hl. Land (das Lat. Patriarchat) und ihre jeweilige Ortskirche.

Die Ordensdamen bringen sich mit vollem Herzen, großem Elan und viel Idealismus in das Ordensleben ein, gestalten es durch verschiedenste Aktivitäten und stellen mit ihren oft typisch weiblichen Zugängen und Charismen eine Bereicherung des Ordenslebens dar.

Im Rahmen der Österreichischen Statthalterei tragen die Ordensdamen vielfältig zur Verwirklichung der Ziele und Umsetzung der Projekte des Ordens und der Intensivierung des Ordenslebens bei.

So wirkt OD Ursula Fürst als Beauftragte der Ordensdamen im Österr. Statthaltereirat. Des weiteren sind Ordensdamen als Mitglieder in den Komtureiräten, in der Liturgiekommission und als Kandidatenbetreuerinnen tätig und wesentlich an den Advent- und Weihnachtsmarktaktionen mit Verkauf von Produkten aus dem Heiligen Land beteiligt.

Mit der Beauftragten der Österr. Statthalterei für die Ordensdamen, Ursula Fürst, Komturei Salzburg, kümmern sich weitere Ordensdamen um die Belange der Damen im Orden. Es sind dies Barbara Bubna-Litic (Komturei St. Pölten),  Barbara Frua (Komturei Salzkammergut), Dr. Simone Kragora (Komturei Wien), Eva Maria Leiner (Komturei Eisenstadt) und Ingeborg Sigl (Komturei Innsbruck).

Auch im Großmagisterium in Rom sind die Ordensdamen vertreten!

 

OD Dr. Ursula Fürst
Beauftragte für die Ordensdamen