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Komturei INNSBRUCK

Die Bemühungen zur Gründung der Komturei Innsbruck gehen auf die Mitte der 60er Jahre zurück. Dem Großprior Weihbischof DDr. Jakob Weinbacher gelang es - nach vielen Gesprächen - den Abt von Wilten Prälat Alois Stöger für den Orden zu gewinnen. Zu dieser Zeit lebten in Tirol bereits Ordensritter, wie etwa Bürgermeister DDr. Alois Lugger, Minister a. D. Univ. Prof. Dr. Ernst Kolb, Hofrat Dr. Karl Psenner, Abg. z. NR Franz Kranebitter, Konsul Dr. Otto Färber und Univ.Prof. Dr. Clemens-August Andreae.

Für die geplante Komturei Innsbruck wurden dann gezielt Präsident Hans Astner, KR Ing. Martin Huter, RA Dr. Alfons Leuprecht, KR Josef Stanger, Stadtrat KR Dr. Theodor Seykora und Landtagspräsident Dir. Josef Thoman angesprochen und gewonnen.

1968 kam es dann zur Komtureigründung. Die Treffen der Ordensmitglieder finden seit damals regelmäßig im Stift Wilten statt. Derzeit gehören drei Damen und 57 Ritter der Komturei an.

 

Personalia

Leitende Komture:
Bürgermeister DDr. Alois Lugger † 1968 - 1989
Generaldirektor Dr. Günther Schlenck † 1989 - 1997
Hofrat Direktor Dr. Gerhard Rief 1997 - 2005
Baumeister Ing. Engelbert Pfurtscheller 2006 - 2015
Prokurist Thomas Steixner 2016 -


Priore:
Prälat Abt Alois Stöger † 1968 - 1996
Prälat Abt Raimund Schreier 1996 -
Investituren:
Innsbruck 1978, Innsbruck 1988, Innsbruck 1999, Innsbruck 2009

Berichte über Veranstaltungen der Komturei INNSBRUCK

Über die kommenden Veranstaltungen informiert der "Kalender" im internen Bereich (Mitgliederbereich).

 

 

Aktuelles

Bischof Hermann Glettler besucht die Grabesritter

Mit herzlichen Worten begrüßte am Abend des 25. Juni 2018 der Großprior des Ordens der Ritter und Damen vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Abt Mag. Raimund Schreier OPraem, den neuen Bischof der Diözese Innsbruck Hermann Glettler am Beginn eines Gottesdienstes in der Stiftskirche Wilten, mit dem ein Abend der Begegnung zwischen der Komturei Innsbruck und dem erst Ende letzten Jahres eingesetzten Hirten der Diözese Innsbruck begann. Abt Raimund wies daraufhin, dass Bischof Hermann unter den Mitgliedern der Komturei Innsbruck zahlreiche überzeugte und brennende Christen kennenlernen werde, die sich vielfältig in den Dienst der Kirche stellten.

Bischof Hermann, der bereits in Graz mit Mitgliedern des Ordens in Kontakt gekommen war, stellte sich dann mit einem Grundsatzreferat vor, in dem er eine ganze Reihe von zentralen und aktuellen Themen ansprach, die die Kirche weltweit, aber auch die Diözese Innsbruck im Speziellen momentan umtreiben. Er forderte unter anderem ein überzeugtes, beherztes Christentum ein, das auch bereit ist, die gewohnte Umgebung zu verlassen und neue Räume für neue Spiritualität zu erobern. In diesem Zusammenhang verwies er auf eine vor kurzem gestartete Initiative des neuen Priors der Komturei Innsbruck, Bischofsvikar Msgr. Mag. Jakob Bürgler, der sich im Augenblick dafür einsetzt, dass in den einzelnen Pfarren kleine Gruppen gebildet werden, in denen das Evangelium gelesen und diskutiert wird und die aktiv versuchen, die Kraft dieser Texte für das alltägliche Leben zu erkennen.

Weiters forderte Bischof Hermann, durchaus mit Augenzwinkern wegen der etwas provokanten Formulierung, eine neue "Radikalität" im Christentum: Es dürfe einem Christen im Jahr 2018 nicht egal sein, wenn die Erde und ihre Ressourcen mit größter Brutalität ausgebeutet werden (Papst Franziskus bezeichnete die Mutter Erde als das ärmste Geschöpf unserer Zeit), wenn unser maßloser Konsum dazu führe, dass sich auf den Weltmeeren ganze Kontinente aus Plastikmüll bilden, wenn europäische Politiker von Menschen, die in Europa Schutz suchen, als Menschenfleisch sprechen. Ein Besinnen auf die historische Erlösungstat Jesu Christi müsse hier Einiges wieder ins rechte Lot bringen.

Schließlich sprach Bischof Hermann noch die Herausforderungen an, die in Zukunft auf die Kirche in Österreich zukommen. Unter den verschiedenen Bereichen, die er nannte, sei herausgehoben, dass es ihm wichtig ist, das Thema der Berufungen, nicht zuletzt für die verschiedenen Ordensgemeinschaften in Tirol, intensiv zu verfolgen.

In der sich an das Referat des Bischofs anschließenden mitunter hitzigen Diskussion zeigte sich eine der ganz großen Stärken des neuen Innsbrucker Oberhirten: Er hat einerseits die bewundernswerte Gabe, den Leuten so zuzuhören, dass sie sich in ihren Fragen und Aussagen ernst genommen und verstanden fühlen, andererseits ist er nie um eine Antwort, eine klare Antwort, verlegen und weiß die Dinge mit großem rhetorischen Geschick auf den Punkt zu bringen. Die Damen und Ritter des Ordens, aber auch die zahlreichen Gäste und Kandidaten, die zum Abend mit dem Bischof gekommen waren, zeigten sich begeistert.

Dem leitenden Komtur Prokurist Thomas Steixner bot Bischof Hermann für die Schlussworte eine Steilvorlage: Der Bischof hatte im Zuge seiner Ausführungen darauf hingewiesen, dass er in den letzten Wochen und Monaten sehr viele neue Menschen und Gruppierungen in Tirol kennenlernen durfte; er brauche aber meistens drei Begegnungen, um Name, Gesicht und Tätigkeitsbereich sicher miteinander zu verbinden. Dass dies postwendend zu einer zweiten (und dritten) Einladung durch unseren Komtur führte, war vorprogrammiert. 

 

Das historische Tirol trifft sich in Hall

Auf Einladung der Komturei Innsbruck trafen sich am Samstag, 5. Mai 2018 die Damen und Ritter des Ordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem aus Südtirol, dem Trentino und Nordtirol zum gemeinsamen Ordenstag in Hall in Tirol. Der leitende Komtur aus Innsbruck, Thomas Steixner, war nicht nur froh, dass ihm mit OB Gerhard Rief ein in Hall ansässiger und historisch sowie kunstgeschichtlich äußerst kompetenter Führer zur Seite stand, sondern auch dass Olga Rief spontan jede deutsche Erklärung ins Italienische übersetzen konnte – ein Stück gelebter Tiroler Sprachenvielfalt! Man traf sich zunächst in der Herz-Jesu-Basilika zur Eucharistiefeier, die von Großprior Abt Mag. Raimund Schreier unter Anwesenheit des Ehrengroßpriors Erzbischof Dr. Alois Kothgasser zelebriert wurde. Vor dem anschließenden Mittagessen im Traditionsgasthaus "Goldener Löwe" führte OB Rief die ca. 45 Besucher des Ordenstages durch die barocke ehemalige Jesuitenkirche; ein besonders gelungener Aspekt der Führung dort war die Erklärung eines Altarbildes des Hl. Ignatius von Loyola, dessen Kleidung nach dem Vorbild eines heute noch in Hall erhalteten Paramentes gemalt wurde. Mit Stolz präsentierte der Mesner den Ordensgeschwistern dann auch exakt dieses Parament. Nach dem Mittagessen empfing Pfarrer Jakob Patsch die Damen und Ritter in der Haller Pfarrkirche und wies in seinen Erklärungen nicht nur auf die historische Entwicklung der Kirche hin, sondern auch auf die jüngst erfolgten Restaurierungen, deren ästhetischer Wert nicht von allen unmittelbar erkannt wurde. Mit einem Besuch im Josefikirchl neben der Pfarrkirche und im historischen Gemeinderatssaal endete das Führungsprogramm. Man verabschiedete sich bei strahlendem Sonnenschein vor der prächtigen Kulisse der Haller Altstadt und hofft auf einen ähnlich erfreulichen und erbaulichen Ordenstag nächstes Jahr in Bozen.

Kassiansonntag am 15. April 2018 in Brixen

Sankt Kassian, gottgesandt

Zu Beginn des 4. Jhs. erlitt der Hl. Kassian in Imola ein ungewöhnliches Martyrium: Der Lehrer wurde von seinen Schülern mit deren Schreibgriffeln zu Tode gebracht. Heute ist Kassian einer der Patrone der Diözese Bozen-Brixen, die des Märtyrers seit 1703 in der jährlichen Kassiansprozession am zweiten Sonntag nach Ostern gedenkt. Am 15. April 2018 war es wieder so weit: Bischof Ivo Muser zelebrierte das viersprachige (deutsch, italienisch, ladinisch, lateinisch) Pontifikalamt und freute sich über die festliche Umrahmung durch den Kirchenchor Deutschnofen, der in diesem Jahr sein 300jähriges Bestehen feierte. Im Anschluss zog eine farbenprächtige Prozession durch Brixen und sang dabei u.a. das Lied der Diözesanheiligen: "O Stern ob unsern Talen, Sankt Kassian, gottgesandt", wiederum auf deutsch, italienisch und ladinisch. Die Abordnungen der Ritterorden bei dieser Prozession waren stattlich und gingen unmittelbar nach dem Bischof und den politischen Vertretern; unsere Grabesritter waren mit 20 Ordensgeschwistern gut vertreten. Natürlich ließen sie es sich nicht nehmen, das Fest mit einem vorzüglichen Mittagessen im Finsterwirt ausklingen zu lassen.

Ostern 2018
Anbetung beim Heiligen Grab in der Basilika Wilten

Für eine religiöse Gemeinschaft wie die unsere, die den Namen des Grabes Jesu im Namen trägt, ist der Karsamstag ein ganz besonderer Moment des Kirchenjahres. Die Damen und Herren der Komturei Innsbruck des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem trafen sich am Karsamstag, dem 31. März 2017, zur Anbetung beim Heiligen Grab in der Basilika Wilten. Der Großprior des Ordens, Abt Raimund Schreier OPraem, stand der Anbetung vor; einen wesentlichen Teil bestritt die Schola Gregoriana Wilthinensis, die u.a. eines der schönsten Gedichte des Mittelalters zur Aufführung brachte, das Stabat Mater dolorosa (Voll von Schmerzen stand die Mutter). Das aus zehn Strophen bestehende Gedicht, das ein lyrisches Ich in der Zwiesprache mit Maria zeigt, die unter dem Kreuz um ihren Sohn trauert, ist in seiner Urheberschaft umstritten und hat die größten Dichter zur kreativen Auseinandersetzung angeregt; eine frühe deutsche Übersetzung stammt beispielsweise von Christoph Martin Wieland (1779). In den Bitten, die ein wesentlicher Teil der Anbetung waren, rief Großprior Raimund ganz besonders das Leid und die Probleme vieler Menschen in Erinnerung, zu deren Linderung jeder einzelne Christ aufgerufen ist. Ein schönes Zeichen ordensgeschwisterlicher Verbundenheit war am Ende unseres Treffens das Verteilen eines Ölzweiges und einer kunstvoll gefertigten Ordensfahne, die uns Ordensdame Helene Deppisch zusammen mit ihrem Gatten Theodor (Marktheidenfeld, Komturei Würzburg) aus dem Heiligen Land zukommen ließen. Vergeltsgott für diese reizende österliche Geste!

 

Vortrag Prof. Dr. Georg Fischer SJ

Am 9. Oktober 2017 hielt Prof. Dr. Georg Fischer SJ vom Institut für Bibelwissenschaften und Historische Theologie der Universität Innsbruck einen Vortrag zum Thema "Warum das Alte Testament für uns Christen so wichtig ist". Er ging dabei von der einerseits offensichtlichen, aber dennoch zum Nachdenken anregenden Feststellung aus, dass Jesus das Neue Testament nicht kannte, sondern nur das AT hatte und mit diesen Schriften arbeitete ("Das AT war die Bibel Jesu!"). Dann zeigte Prof. Fischer, wie viele Stellen das NT nur dann verständlich werden, wenn man erkennt, dass sie klar und deutlich auf Passagen des AT anspielen und sich an diesen abarbeiten. Aber nicht nur im NT, sondern in vielen anderen Bereichen unseres heutigen Glaubens ist der Einfluss des AT mit Händen zu greifen, etwa bei bestimmten Feiern wie Ostern oder Erntedank, bei bestimmten Motiven wie der Bezeichnung Jesu als "Erlöser" oder bei so grundlegenden Dingen wie dem Gottesbild. Ein besonderes Anliegen war es Prof. Fischer, gegen die unter Christen weit verbreitete Ansicht aufzutreten, der Gott des AT sei ein strafender Gott, während der Gott des NT ein barmherziger Gott sei; so einfach dürfe man es sich nicht machen, finden sich doch Aspekte des strafenden und des barmherzigen Gottes sowohl im AT wie im NT. Am Ende seiner fesselnden Ausführungen stellte Prof. Fischer noch die These auf, dass es ohne das AT keine christliche Spiritualität geben würde, dass die Missachtung des AT der Grund für eine Reihe von Problemen (z.B. leibfeindliche Tendenzen) sei und dass eine bessere Vertrautheit mit dem AT eine Bereicherung für die eigene Spiritualität jedes Christen darstellen würde.

Dr. Florian Schaffenrath

Einkehrtage in Maria Plain

Vom 31. März bis zum 2. April 2017 fanden die 20. Einkehrtage unseres Ritterordens in Maria Plain bei Salzburg statt. Prälat Maximilian Fürnsinn, Propst im Augustiner Chorherrenstift Herzogenburg, sprach in einer Serie von fünf Vorträgen über das Thema "Mein Leben ist Christus". Er interpretierte einschlägige Stellen aus dem Neuen Testament, etwa Jseu Taufe durch Johannes oder das Damaskus-Erlebnis des Paulus, betonte aber vor allem, wie wichtig es für jeden einzelnen Christen ist, eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus aufzubauen. In seiner unverwechselbaren und einzigartigen Art und Weise verstand es Prälat Maximilian, theologische Inhalte so darzustellen, dass sie den Teilnehmern der Einkehrtage sicherlich noch sehr lange eindrücklich im Gedächtnis bleiben werden.

Dr.Florian Schaffenrath

Vortragsabend von OUniv.-Prof. Dr. Karlheinz Töchterle

Am 9. Januar 2017 hielt OUniv.-Prof. Dr. Karlheinz Töchterle, Professor für Klassische Philologie an der Universität Innsbruck und früherer österreichischer Bundesminister für Wissenschaft und Forschung, einen Vortrag, in dem er den bekannten Humanisten Erasmus von Rotterdam (1466? - 1536) von verschiedenen Seiten beleuchtete: Für Töchterle war Erasmus gerade wegen seines unermüdlichen Einsatzes für den Frieden unter den Völkern ein "erster Europäer" (wie ihn schon Stefan Zweig in seiner romanhaften Biographie "Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam" genannt hat). Töchterle betonte aber auch zwei weitere Seiten an Erasmus: Als Humanist hat er sich mit großem Erfolg um die philologische Erschließung antiker Autoren verdient gemacht; als Pädagoge hat er in verschiedenen Schriften moderne Ansätze entwickelt, die teilweise erst im 20. oder 21. Jahrhundert umgesetzt wurden. Töchterles Worte stießen auf viel Interesse bei der versammelten Ordensfamilie, die den Referenten in der Diskussion beispielsweise danach fragte, welche Bedeutung neualteinische Texte wie die des Erasmus im modernen Lateinunterricht haben (sollten).

Ordenstag der Komtureien Innsbruck, Bozen und Trient

Der Ordenstag fand am 09. Mai 2015 in unserer Komturei statt. Nach einer interessanten Führung durch das Stift Stams, feierten wir mit unseren Ordensgeschwistern aus dem Trentino und Bozen einen feierlichen Gottesdienst in der Wallfahrtskirche Maria Locherboden, dem unser Prior Abt Raimund vorstand. Ein gutes Mittagessen im Erlebnisrasthof Locherboden stärkte uns, bevor wir wieder zurück nach Innsbruck fuhren, wo wir in der Basilika Wilten noch eine kurze Dankandacht beteten. Noch sehr beglückt von der wachsenden Beziehung mit unseren Ordensgeschwistern freuen wir uns auf den nächsten gemeinsamen Ordenstag in Bozen im Jahr 2016.