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Die Neuinvestierten

Bericht über die Investitur 2015

 

Die Komturei Bregenz wählte für ihre dritte Investitur nach Feldkirch und Bregenz dieses Mal Dornbirn, die größte Stadt des kleinen Landes vor dem Arlberg, zum Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Schon während der Vorbereitungen, vor allem aber bei der Investitur begleitete uns Carl Lampert, der vor fast genau vier Jahren an der Stelle unserer heurigen Investitur, in St. Martin in Dornbirn selig gesprochen worden war. Das einfache Kreuz, das der selige Provikar selbst angesichts seiner bevorstehenden Hinrichtung in einer Kerkerzelle des Kriegsgerichtes Torgau aus einem Draht gefertigt und in eine Zündholzschachtel eingebastelt hatte, schmückte als Bild nicht nur die Ausschreibung, die Einladung und den Festbegleiter, sondern stand auch während des Festgottesdienstes am Altar jener Kirche, in der er viele Jahre als Kaplan gedient hatte. Sein mutiges und konsequentes, man könnte auch sagen, ritterliches, Eintreten für den Glauben kann uns auch heute Ansporn sein und Mut machen. Als Erinnerung an die Investitur 2015 in Dornbirn erhielten alle unsere Gäste zudem das Buch „Hätte ich nicht eine innere Kraft . . .“ mit einer ausführlichen Biographie und Ausschnitten aus Briefen Carl Lamperts, worin einige Autorinnen und Autoren versuchen, uns die Quellen zu erschließen, aus denen der Selige seine Kraft gezogen hatte.

Fast 300 Gäste hatten sich zu den Investiturfeierlichkeiten angemeldet. Eine große Freude bereiteten uns die 25 Kandidatinnen und Kandidaten, die sich heuer neu zu den Zielen unserer Gemeinschaft bekannten und mit frohen Herzen aufgenommen wurden. Ganz besonders dankbar war die gastgebende Komturei für ihre drei neuen Mitglieder, darunter die ersten beiden Damen. Die Begrüßung unserer Gäste, als Empfang der Diözese Feldkirch, richteten wir in Hohenems aus. Dafür öffnete uns die Familie Graf Waldburg-Zeil die Tore des Renaissancepalastes. Nach den einleitenden Worte vom Leitenden Komtur der Komturei Bregenz, Mag. Guntram Drexel, eröffnete Diözesanbischof Dr. Benno Elbs die Investitur 2015. Mit treffenden, aber auch humorvollen Worten hieß uns Bischof Elbs herzlich willkommen. Seinen Worten schloss sich der Bürgermeister von Hohenems an, der uns seine Stadt vorstellte. Nach einer Stärkung im Rittersaal und in den angrenzenden Räumlichkeiten des Palastes versammelten wir uns im Hof, um zur anschließenden Vigil in die Kirche St. Karl Borromäus einzuziehen. In Vertretung des wegen eines Todesfalls verhinderten Erzbischofes em. Dr. Alois Kothgasser leitete der Prior der Komturei Bregenz, Lic. iur. can. Anselm van der Linde O. Cist., Abt der Abtei Wettingen-Mehrerau, die Vigil-Feier. Seine tiefsinnige und kluge Homilie stimmte uns auf die kommenden Feierlichkeiten ein. Der Tag der Investitur wurde mit dem Festkapitel am späten Samstag Vormittag im Kulturhaus in Dornbirn eingeleitet. Dabei durfte der Statthalter von Östereich S. E. Hofrat DDr. Karl Lengheimer die angereisten Ordensgeschwister aus Österreich und dem benachbarten Ausland sowie eine Vielzahl von Gästen, vor allem aber Vertreter von acht Statthaltereien aus ganz Europa begrüßen. In seiner Festansprache nannte der Statthalter deutlich und in klaren Worten die Aufgaben des Ritterordens vom hl. Grabe zu Jerusalem gerade in dieser sehr schwierigen Zeit. Nach seinem Apell an die gesamte Ordensgemeinschaft stellte DDr. Karl Lengheimer jene Kandidatinnen und Kandidaten vor, die am Nachmittag ihr Versprechen im Rahmen der Investitur ablegten. Zur Hervorhebung von außergewöhnlichen Leistungen für den Orden wurden anschließend die Dekrete und Insignien den rangerhöhten Ordensmitgliedern überreicht. Abouna Imad Twal informierte beim Festkapitel über die schwierige Situation der Christen im Heiligen Land. Ein Imbiss, bestehend aus lokalen Spezialitäten, hat hoffentlich niemanden hungrig oder durstig die kommende Feier erwarten lassen. Zu einem eindrucksvollen Fest gestaltete sich dann die Investitur in der Stadtpfarrkirche St. Martin. Umrahmt von herrlicher Musik feierte unser Großprior ad honorem Prälat Propst Mag. Maximilian Fürnsinn als Offiziator den Gottesdienst und nahm 25 Damen und Ritter feierlich und freudig in unsere Gemeinschaft auf. Der schöne Festzug von St. Martin zum Dornbirner Kulturhaus hat bei den Besucherinnen und Besuchern großen Eindruck hinterlassen. Der besondere Tag wurde mit einem Empfang des Landes Vorarlberg und der Stadt Dornbirn im Rahmen eines festlichen Abendessens beendet. Den abschließenden Sonntagsgottesdienst feierten wir mit der Pfarrgemeinde von St. Peter und Paul in Lustenau-Kirchdorf. Im Theresienheim legten wir unsere Ordensmäntel an und zogen in das schön geschmückte und sehr gelungen renovierte Gotteshaus, das ursprünglich nach Plänen Alois Negrellis errichtet worden war, ein. Gemeinsam mit der Pfarrgemeinde feierten wir mit Abt Anselm van der Linde und Pfarrer Josef Drexel einen sehr schönen und eindrucksvollen Gottesdienst. Danach trafen wir uns mit der Pfarrgemeinde in „Pfarrars Hoschtat“ (Wiese und Obstgarten des Pfarrers)  zu einer fröhlichen, angenehmen Agape. Einige Gäste und Mitarbeiter nahmen schließlich noch das Mittagessen, das vom Team des Theresienheimes hervorragend zubereitet worden war, gemeinsam im Pfarrheim ein, ehe sich alle wieder in alle Himmelsrichtungen zerstreuten. Die veranstaltenden Mitglieder der Komturei Bregenz möchten sich bei allen bedanken, die zu diesen hoffentlich schönen Tagen im Ländle beigetragen haben. Dazu gehören nicht nur vor allem unsere Ordensgeschwister und unsere Gäste, sondern auch die Vertreter der vielen Statthalterein, die Verantwortlichen der politischen und kirchlichen Gemeinden, die musikalischen Helfer, die Ministrantinnen und Ministranten, die Mesmer und viele andere, besonders aber zahlreiche Familienmitglieder, ohne deren Hilfe die Organisation einer Investitur in unserer kleiner Komturei nicht möglich gewesen wäre! Dankbar sind wir natürlich auch für das herrliche Wetter, das uns durch alle drei Tage begleitete und wesentlich zur Stimmung der Teilnehmer beigetragen hat. Vermutlich nennt man das jenseits des Arlbergs, etwas fremd für uns Alemannen, Kaiserwetter? Zum Schluss noch ein kleines Erlebnis des Berichterstatters: Auf seinem Parkplatz traf er unmittelbar nach dem Investiturgottesdienst, gekleidet im schwarzen Anzug mit Fliege und Ordensinsignien, eine sehr liebe Kollegin, die ihn spontan mit den Worten begrüßte; „Ah, du gehörst auch dazu!“ Sie zeigte sich ziemlich beeindruckt vom Gottesdienst. Zufällig hatte meine Gattin direkt nach dem Gottesdienst kurz zuvor mit den Ministrantinnen und Ministranten geredet und sie gefragt, ob sie gewusst hätten, worauf sie sich mit ihrer Zusage einließen. Das verneinten sie natürlich, sie hatten wohl nicht mit der Länge und dem für sie ungewohnten Aufwand gerechnet. Aber die Tochter postete ihrer Mutter gleich danach: „Es war ein sehr schöner Gottesdienst und überhaupt, alle diese Leute sind soo freundlich!“ Vielleicht haben wir so das eine oder andere Samenkorn ausgebracht?

 

Markus Hämmerle

Komturei Bregenz

 

Fotos von der Investitur 2015