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Großprior Abt Raimund Schreier OPraem

Großprior Mag. Raimund Schreier seit 25 Jahren Abt von Stift Wilten

Prälat Mag. Raimund Schreier seit 25 Jahren Abt von Wilten

Vor 25 Jahren haben am 29. Mai 1992  35 "Wiltener" Raimund Schreier zum 55. Abt des Prämonstratenser - ChorherrenstiftesWilten gewählt. Am 21. Juni desselben Jahres wurde er von Bischof Dr. Reinhold Stecher zum Abt benediziert. Der  39-jährige Chorherr trat somit die Nachfolge des damals in den Ruhestand getretenen verdienstvollen Prälaten Alois Stöger an. „Es ist ein uralter Traum der Menschheit, unverwundbar und ohne Leid zu sein. Ja, in unserer Gesellschaft meint man, das Leid unter allen Umständen umgehen zu müssen.“ Auf diese traurige Tatsache weist Abt Schreier immer wieder hin, der als Priester mitten in der heutigen Zeit steht und die Problematik unserer Gesellschaft kennt mit ihren politischen und gesellschaftlichen Konflikten, Nöten und Zwängen: „In aller Welt werden Menschen ungerecht verurteilt, abgeschoben, getreten, ermordet. Viele werden ans Kreuz ihrer gesellschaftlichen Rolle geschlagen: als Asylbewerber, als Obdachlose, als psychisch Kranke. Wir alle kennen das Leid auch aus unserem persönlichen Leben: Schwere Krankheit, Trennung, Verlust eines lieben Menschen, Depression, Einsamkeit, Verleumdung, Enttäuschungen oder Kränkungen“. Nach einer neuerlichen Abtwahl im Jahre 2004 wurde Raimund Schreier am 31. Mai 2016 nochmals für weitere neun Jahre zum Vater seiner Ordensgemeinschaft gewählt. Der Haus-, Hof- und Erbkaplan des Landes Tirol und beliebte Prälat hat die Wiltener Stiftskirche für "Aktuelle Kunst" geöffnet und damit  auf die Möglichkeit einer inneren Öffnung hinzuweisen. Im Oktober 1994 entging Abt Schreier knapp einem Briefbomben-Attentat. Im Dezember desselben Jahres konnte er für den Flüchtlingseinsatz des Stiftes den "Eduard-Wallnöfer-Preis 1994" entgegennehmen, da er mit vielen Helfern und der Caritas das "Flüchtlingsprojekt im Stift Wilten" gegen so manchen Widerstand durchzog. Mit Ritterschlag durch den Großmeister des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Giuseppe Kardinal Caprio, wurde Abt Schreier in diese Gemeinschaft aufgenommen. Am 12. Mai 1994 erhielt er in der Karlskirche in Wien während eines Pontifikalamtes die Insignien und die Mozetta mit dem Jerusalemkreuz. Er ist Prior der Komturei Innsbruck und seit 28. Februar dieses Jahres Großprior der Österreichischen Statthalterei der Grabesritter Österreichs. Vier Räume, die im Stift Wilten nahe der Pforte liegen und in denen alte Mauern aus dem 12. Jahrhundert freigelegt wurden, konnten mit der Marquard-Kapelle,  benannt nach dem ersten Abt des Stiftes, als Stätten des Gebetes, der Kunst und Besinnung übergeben werden. Im Dezember 2000  konnte Abt Schreier das aus dem 14. Jahrhundert stammende renovierte Leuthaus des Stiftes Wilten wieder eröffnen. Und im Jahre 2002  wurde das Stiftsmuseum mit vielen sehenswerten und wertvollen Kunstwerken öffentlich zugänglich gemacht. Viele zusätzliche Aufgaben nimmt der Abt wahr: So ist er Vikar der deutschsprachigen Zirkarie, (das ist die Bezeichnung für einen Visitations- und Verwaltungsbezirk im Prämonstratenserorden), Vorsitzender der Liturgiekommission der Zirkarie, Rektor der Wiltener Sängerknaben und Vorsitzender der Tiroler Superiorenkonferenz. Er ist weiters Mitglied der katholischen Mittelschulverbindungen K.Ö.St.V. Teutonia zu Innsbruck und K.Ö.St.V Amelungia zu Innsbruck und der Studentenverbindung AV Austria Innsbruck. Prälat Schreier kam am 29. Dezember 1952 in Innsbruck zur Welt. Nach der Reifeprüfung am Akademischen Gymnasium in Innsbruck trat er 1971 in das Prämonstratenser-Chorherrenstift Wilten ein und studierte an der heimischen Alma Mater Theologie. Am 19. Mai 1977 empfing er aus der Hand von Bischof DDr.Paulus Rusch das Sakrament der Priesterweihe. Seit 1980 wirkte er als Religionsprofessor am Akademischen Gymnasium in Innsbruck und war von 1984 an Leiter des ehemaligen stiftsinternen Internates "Norbertinum" bis zu dessen Auflösung im Jahre 1989, in dem er Hunderte von Schülern betreute. Mit großem Engagement setzte sich Schreier in den Jahren 2005 bis 2008 für eine umfassende Generalsanierung der Wiltener Stiftskirche, ein.

Dr. Heinz Wieser