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Christen im Heiligen Land

Ca. 2% der Bevölkerung im Hl. Land

Derzeit 13 traditionelle Kirchen im Heiligen Land:

5 Orthodoxe (griechisch, armenisch, koptisch, syrisch und äthiopisch).

6 Katholische (römisch - katholisch, melkitisch griechisch - katholisch, maronitisch, armenisch, syrisch und chaldäisch)

und 2 Protestantische (Anglikaner und Lutheraner)

In den drei Ländern Israel und Palästina sowie Jordanien beträgt die Zahl der Christen rund 400.000 - davon etwa die Hälfte in Jordanien, die andere Hälfte in Israel-Palästina.

Lateinisches Patriarchat

63 Pfarren
43 Schulen mit ca. 19.000 Schülern

 

Die besondere Aufgabe des Ritterordens ist die Hilfe für die im Heiligen Land lebenden Christen
DIE WERKE DES ORDENS IM HEILIGEN LAND

Grundsätzlich legt das Großmeisteramt die Tätigkeiten des Ordens im Heiligen Land fest und koordiniert sie. Die Heilig-Land-Kommission plant und koordiniert - unter der Verantwortung des Statthalters - alle Aktivitäten im Heiligen Land.

Die Hauptaufgabe des Ordens besteht in der Unterstützung des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, dem der Orden traditionell verbunden ist. Dies beinhaltet:

  • Mitfinanzierung der Personalausgaben des Patriarchats für Klerus und Ordensschwestern;
  • Finanzierung des Priesterseminars in Beit Jala und der 43 Schulen des Lateinischen Patriarchats;
  • Finanzierung von Bauvorhaben in Pfarrhäusern, Kindergärten, Schulen und Studentenheimen - wegen der humanitären Katastrophe in Palästina seit Ausbruch der zweiten Intifada wurde die Finanzierung von Bauvorhaben zugunsten sozial - karitativer Werke eingestellt;
  • Unterstützung eines Waisenhauses („Creche") in Bethlehem, das 60 „Findelkinder" beherbergt;
  • Unterstützung von Jugendwohnheimen in Betania, geleitet von Schwestern des hl. Vinzenz von Paul, und am Ölberg in Jerusalem, geleitet von Franziskanerinnen;
  • Unterstützung von Wohnheimen für schwerstbehinderte Jugendliche in Haifa und Ain Karim, in denen Juden, Christen und Muslime gleichermaßen gepflegt werden;
  • Unterstützung eines Wohnheims und eines Versorgungsdienstes für alte Menschen in der Altstadt von Jerusalem

 

Spezifische Aktivitäten der österreichischen Statthalterei:

Die Heilig-Land-Kommission plant und koordiniert - unter der Verantwortung des Statthalters - alle Aktivitäten im Heiligen Land.

Die österreichische Statthalterei verfolgt derzeit über ihre Heilig-Land-Kommission fünf verschiedene Programme.

(siehe Heilig-Land- Kommission)

 

Das Österreichische Hospiz zur Heiligen Familie in Jerusalem

I. Die Anfänge

Der österreichische Konsul Josef von Pizzamano empfahl 1852 aufgrund der unzureichenden medizinischen Versorgung vor Ort die Errichtung eines Krankenhauses für Pilger aus der Monarchie. Nach Rücksprache mit dem Lateinischen Patriarchen von Jerusalem entschloss sich Erzbischof Josef Othmar von Rauscher zur Stiftung einer Pilgerherberge mit eigenen Krankenzimmern.

Konsul Pizzamano machte sich auf die Suche nach einem geeigneten Grundstück, das er in der Ecke Damaskusstraße und Via Dolorosa fand. Am 26. September 1855 wurde der Kaufvertrag (,,Hogget") unterfertigt.

Am 19. März 1863 nahm das Pilger - Hospiz seine Agenden auf.

Die Jahre vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges bedeuteten eine Phase der Prosperität für das Hospiz.

Während des Ersten Weltkrieges fanden nur wenige Gäste ihren Weg ins Hospiz.

Rektor Fellinger konnte nicht verhindern, dass das Hospiz im Februar 1918 von den britischen Militärs beschlagnahmt und in ein anglikanisches Waisenhaus umgewandelt wurde. Lediglich die Kapelle, das Schwesternhaus und die Zimmer des Rektors blieben von der Requirierung ausgenommen.

Am 29. August 1919 wurde das Hospiz nach energischen Interventionen des Patriarchats wieder an die österreichische Kirche restituiert.

Als Ende der 20er Jahre das Pilgerwesen erneut aufblühte, tauchte wiederum die alte Frage nach einer Vergrößerung des Hauses auf. Der Aufbau eines zweiten Stockwerkes konnte unter Rektor Fellinger und Kardinal Innitzer realisiert werden.


II. Das Haus in fremder Hand

Bereits am Tag der britischen Kriegserklärung an das Dritte Reich, dem 3. September 1939, wurde das Hospiz von den britischen Behörden beschlagnahmt und diente als Internierungslager. In der Folge machten die Briten aus dem Hospiz eine englische Offiziersschule, später als in Jerusalem 1947 die Unruhen zunahmen, wurde ein Polizeiquartier eingerichtet.

Anfang 1948 wurde das Hospiz in ein Lazarett umgewandelt.

Als im Oktober 1948 das Rote Kreuz die Stadt verließ, übernahm die jordanische Regierung das Gebäude, um es weiterhin als Spital zu betreiben. So fand es Rektor Haider vor, als er im September 1950 nach Jerusalem zurückkehrte.

Am 7. Juni 1967 (,,Sechstagekrieg") kam die gesamte Altstadt Jerusalems unter Israels Kontrolle.

Am 27. Juli 1985 wurde das Krankenhaus im Hospiz schließlich durch die israelischen Behörden geschlossen und das Gebäude der österreichischen Kirche als seinem Eigentümer zurückgegeben.


III. Die österreichischen Grabesritter und die Wiedereröffnung des Pilgerhospizes

Nach der Räumung des Krankenhauses befand sich das Haus in einem katastrophalen Zustand. In den Jahren 1985 - 1988 waren es vor allem Mitglieder des Ritterordens vom Hl. Grab zu Jerusalem, die sich um die Revitalisierung des Hauses bemühten: Der damalige Kurator des Hauses und Statthalter des Ritterordens, Dr. Julius Schuster, konnte gemeinsam mit seinem Nachfolger, Architekt DI Kurt Stögerer, Dombaumeister von St. Stephan, zahlreiche Ritter und Damen gewinnen, einen großen Teil der finanziellen Aufwendungen der Renovierung zu übernehmen. Namensplaketten der Donatoren an den Zimmertüren des Hospizes bewahren ein dankbares Andenken.

 

IV. Am Schnittpunkt der Religionen und Kulturen

Am 19. März 1988 öffnete das Hospiz unter Rektor Dr. Wolfgang Schwarz wiederum seine Pforten für Pilger aus aller Welt. Unter dem burgenländischen Rektor MMag. Markus St. Bugnyar (seit 2004) wurden die Kontakte zu österreichischen, aber auch zu israelisch - jüdischen und palästinensisch - muslimischen Kulturschaffenden ausgebaut. Das Hospiz soll wiederum seiner alten Aufgabe als menschen - und völkerverbindende Institution in der Levante gerecht werden können. Ein intensives Bau - und Renovierungsprogramm ist im Gange.