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Internationales Bodenseetreffen in Tettnang

Das internationale Bodenseetreffen der Anrainer-Komtureien rund um das ‘Schwäbische Meer’ hat eine lange Tradition und erfreut sich einer großen Beliebtheit. Bereits zum 27. Mal trafen sich am 8. September 2018 insgesamt 90 Ritter und Damen der Komtureien aus Bregenz, St. Gallen, Augsburg und Ravensburg. Sie alle waren der Einladung der Komturei St. Georg Ravensburg gefolgt, die in diesem Jahr die Organisation übernommen hatte. Aufgrund des Unfalltods des vorgesehenen Gastgebers, S.K.H. Herzog Friedrich von Württemberg, fand das Treffen nicht im Schloss Friedrichshafen, sondern im Rittersaal des barocken Neuen Schlosses in Tettnang statt.

Im Beisein des deutschen Statthalters Dr. Detlef Brümmer und der Schweizer Statthalterin Dr. Donata Krethlow-Benziger, des Präsidenten der Deutsch-Schweizer-Sektion Christoph Mattle,der Kanzlerinnen Inge Siegl aus Österreich und Ricarda Schulze-Dieckhoff aus Deutschland sowie zahlreicher Gäste begann der Tag in der Stadtkirche St. Gallus mit einem Pontifikalamt, das der Erzabt der Abtei Beuron, Cfr. Tutilo Burger, zelebrierte. Ganz im Zeichen des Festtags Mariä Geburt ging der Erzabt in seiner Predigt auf die Mutterrolle Mariens und ihre Bedeutung für uns Christen ein. Maria sei Urbild des Glaubens, weil sie dem göttlichen Sein in allem vertraut sei.

Nach dem feierlichen Gottesdienst und zur Einführung in die Begrüßung der Gäste im Rittersaal des Schlosses durch den Leitenden Komtur Wolfgang Feil erfreute der mehrfach ausgezeichnete junge Pianist Luc Bagot mit einer Sonate aus Robert Schumanns Kinderszenen die Anwesenden.

Die Festrede hielt Prof. Dr. Werner Münch, Ministerpräsident a.D. des Landes Sachsen-Anhalt, zum Thema ‘Mahnungen und Orientierungen der letzten drei Päpste für die Weltpolitik’. Er behandelte dieses Thematik am Beispiel je einer herausragenden Rede. Während Papst Johannes Paul II. am 8. Oktober 1988 vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarates in Straßburg insbesondere Fragen der Erhaltung des Friedens, der Bedeutung der Familie, den Kern des christlichen Botschaft sowie das damals noch nicht vorstellbare Zusammenrücken von Ost und West in den Mittelpunkt gestellt habe, sei es Papst Benedikt XVI. am 18. April 2008 vor der UN-Vollversammlung in New York vor allem um die Verteidigung der menschlichen Freiheit, den Schutz des Lebens nach dem Prinzip der Person als Ebenbild des Schöpfers sowie die Wahrung der Menschenrechte als Garant für die Wahrung der Menschenwürde gegangen. Papst Franziskus wiederum habe in seiner Rede am 25. November 2014 vor dem Europäischen Parlament in Straßburg für Ermutigung und Hoffnung geworben sowie zahlreiche Entwicklungen der Vergangenheit in Europa gewürdigt, zugleich aber nicht an deutlicher Kritik am derzeitigen Zustand der Europäischen Union, an den ‘egoistischen Lebensstilen’, der ‘Verabsolutierung der Technik’ sowie dem ‘hemmungslosen Konsumismus’ gespart.

Die drei Päpste, so der Referent abschließend, hätten sich zwar in Einzelfragen, der Art ihrer Auftritte, ihren Methoden und ihrem Sprachduktus unterschieden, gemeinsam sei ihnen aber, dass sie in den großen Fragen der Weltpolitik kongruente Ziele verfolgten und auf der Weltbühne eine bedeutende Rolle gespielt hätten bzw. noch spielen würden.

Zum Abschluss des Tages gab es ein Running Buffet undeinen Stehempfang auf der Terrasse des Schlosses Tettnang, wo man bei guter Fernsicht den Bodensee und Bregenz als Treffpunkt für das nächste Jahr ausmachen konnte.

Regine Gaerte, Markus Heinrich

 

Bilder vom Bodenseetreffen 2018