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Erstmals Gottesdienst zum Fest „Unserer lieben Frau, Königin von Palästina“ in Wien

Die Messe mit den Grabesrittern in der Augustinerkirche fand zeitgleich mit dem Gottesdienst im Heiligtum von Deir Rafat im Heiligen Land statt.

Wien, 28.10.18 (poi) Erstmals wurde am Sonntag in der Wiener Augustinerkirche das Fest „Unserer Lieben Frau, Königin von Palästina“ begangen. Bei der 11-Uhr-Messe konnte der Prior des Wiener Augustinerklosters, P. Dominic Sadrawetz, zahlreiche Mitglieder des Grabesritterordens begrüßen, an der Spitze Statthalter Andras Leiner, dessen Vorgänger Karl Lengheimer, und die Komture von Wien (Wilhelm Kraetschmer) und Klosterneuburg (Frieder Hermann). P. Sadrawetz (der selbst dem Grabesritterorden angehört) erinnerte eingangs daran, dass gleichzeitig im Heiligtum „Unserer Lieben Frau, Königin von Palästina“ in Deir Rafat unweit von Beit Shemesh tausende Katholiken im Gebet um Frieden im Heiligen Land versammelt waren. Maria wird unter dem Titel „Königin von Palästina“ sowohl als Schutzpatronin des lateinischen Patriarchats von Jerusalem wie auch (seit 1994) der Grabesritter verehrt. „Maria ist ein Zeichen der Hoffnung, der Hoffnung auf Frieden“, so der Augustiner-Prior.

P. Sadrawetz erinnerte in seiner Predigt an den jüdischen Glückwunsch „Nächstes Jahr in Jerusalem“, der sowohl beim Seder-Mahl als auch beim Yom Kippur-Fest erklingt. Wer jemals in Jerusalem war, könne verstehen, was es für jüdische Menschen „bedeutete und bedeutet, daheim zu sein, dort, wo das Herz Ruhe findet“. Die katholische Kirche zitiere an diesem Sonntag in ihrer Liturgie in der ersten Lesung den Propheten Jeremia: “Der Herr hat sein Volk gerettet, den Rest Israels. Seht, ich bringe sie heim aus dem Nordland und sammle sie von den Enden der Erde“. In diesen Versen werde die Sehnsucht nach Heimkehr deutlich.  In der heutigen Kultur gebe es freilich zwei einander entgegengesetze Sehnsüchte: Der Sehnsucht nach Beheimatung, Heimkehr, stehe die Kultur des Hinausgehens gegenüber, so P. Sadrawetz. Die Spannung zwischen Heimat und Ferne präge „und prägt“ nicht nur das jüdische, sondern auch das christliche Leben. In Oktober werde der Weltmissionssonntag – heute „Sonntag der Weltkirche“ – gefeiert und damit deutlich gemacht, dass die Christen den Auftrag Jesu „Macht alle Völker zu meinen Jüngern“ ernst nehmen müssen. Zweifellos sei die Verwirklichung dieses Auftrags auch mit Leid verbunden gewesen, aber es gebe auch einen „Reichtum der Begegnung“, der „guten Wege und der guten Orte“, an denen Menschen ihre Hinwendung zu Christus entdeckten. Die Spannung zwischen „Heimkommen“ und „Hinausgehen“ sei nicht immer leicht zu bewältigen, aber es gebe auch die Glaubensüberzeugung, dass kein Mensch „guten Willens“ verloren gehen wird.

P. Sadrawetz lud abschließend zum Gebet nicht nur für die Christen im Heiligen Land ein, sondern ebenso für die Juden als die „älteren Brüder und Schwestern“, für die Muslime und für alle anderen Bewohnerinnen und Bewohner des Heimatlandes Jesu.

 Musikalisch wurde die Messfeier in St. Augustin mit dem Werk „Salve Regina“ von Jean Langlais (1907-1991) gestaltet („Chorus Viennensis“ und Bläser von St. Augustin, an der Orgel Elke Eckerstorfer, Dirigent Michael Schneider).

(c) Pro Oriente