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Gebetstag für den Frieden im Heiligen Land

Vatikanstadt, 29.01.2019 (KAP) Mehr Städte denn je haben sich am elften Gebetstag für den Frieden im Heiligen Land beteiligt. Wie das Nachrichtenportal "Vatican News" am Montag berichtete, haben am Sonntag tausende Städte in aller Welt "in spiritueller Einheit mit Jerusalem und Bethlehem" an dem Gebet teilgenommen. Von mehr als 10.000 teilnehmenden Städten berichtete die Stiftung "Pro Oriente" am Dienstag.
Der Weltgebetstag für den Frieden im Heiligen Land wird jeweils am letzten Jänner-Sonntag abgehalten. Das Gebet gilt nicht nur dem Frieden in einem von tiefgreifenden politischen und sozialen Auseinandersetzungen betroffenen Gebiet, sondern auch dem Einsatz für Respekt und Dialog, sowohl unter den Christen unterschiedlicher Konfession, als auch zwischen Christen und den Bekennern anderer Religionen.
Franziskanerpater Giuseppe Ferrari, der Delegat der Franziskaner-Kustodie des Heiligen Landes für Italien, sagte im Gespräch mit "Vatican News", man müsse von der ursprünglichen Bedeutung des Heiligen Landes ausgehen. Denn hier habe sich Gott offenbart und Christus seine Botschaft des Friedens und der Erlösung verkündet. Daher sei das Heilige Land ein "Land des Friedens" par excellence - trotz der ständigen Präsenz von Kriegen und Konflikten, die "eine Wunde für die Geschichte der Menschheit" darstellen. Verbliebene Christen fühlen sich verlassen.
Es sei bedauerlich, dass die christlichen Gemeinschaften im Heiligen Land heute sehr klein seien, sagte P. Ferrari. In den letzten 20 Jahren sei etwa die Zahl der Christen in Jerusalem ständig zurückgegangen. Das habe bei den verbliebenen Christen auch ein Gefühl der Verlassenheit mit sich gebracht.
Der Weltgebetstag für den Frieden im Heiligen Land sei daher auch eine Möglichkeit, die Isolierung der Menschen im Heiligen Land zu überwinden, so der Ordensmann. Die im Gebet verbundenen Städte in aller Welt könnten einen "Hoffnungsschimmer" darstellen, "einen Sonnenstrahl an einem Nebeltag".
Nuntius: Nahost-Christen sterben aus. Kardinal Mario Zenari, Apostolischer Nuntius in Syrien, alarmierte unterdessen am Wochenende in "Vatican News", dass die christliche Präsenz im Nahen Osten auszusterben drohe, aber nicht so sehr, weil Kirchen zerstört werden. "Die Männer wandern aus, und Familien mit einem christlichen und muslimischen Ehepartner folgen meistens dem Islam", sagte der Kardinal.
Dramatisch sei die Lage in Syrien. Der Anteil der Christen habe nach dem Zweiten Weltkrieg fast 25 Prozent der Bevölkerung ausgemacht, sei dann vor dem Konflikt 2012 auf sechs Prozent gefallen und betrage heute nur mehr zwei Prozent. Unter den Ursachen für diesen Rückgang erwähnte der Nuntius auch die niedrige Geburtenrate christlicher Familien.

(c) Kathpress