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Was ist der Orden der Ritter und Damen
vom Heiligen Grab zu Jersualem?

Dr. Andreas Leiner

Diese Frage stellen die Leute, wenn sie uns bei einer festlichen Liturgie in der Kirche oder einer Fronleichnamsprozession in unseren Ordensmänteln sehen. Diese Frage bekommen wir auch von Verwandten und Freunden gestellt, wenn wir von unserem Ordensleben erzählen.

 

Der Ritterorden vom Heiligen Grab hat eine lange Tradition. In früheren Jahrhunderten war es üblich, dass Menschen, die es sich leisten konnten, als friedliche Pilger zu den Stätten des Heiligen Landes zu reisen, dafür zu „Rittern des Heiligen Grabes" ernannt wurden. Im 19. Jahrhundert hat Papst Pius IX. den Ritterorden neu organisiert und ihm jene Aufgabe gegeben, der wir auch heute verpflichtet sind: Die seit Jahrhunderten im Heiligen Land lebenden Christen in ihrer schwierigen Lage als religiöse Minderheit und angesichts der kriegerischen Auseinandersetzungen materiell und ideell zu unterstützen.

 

Was uns von diversen anderen „ritterlichen" Vereinigungen unterscheidet, ist unsere Stellung als päpstlicher Orden in der katholischen Kirche mit einem vom Papst eingesetzten Kardinal als Großmeister an der Spitze. Was wir mit anderen gemeinsam haben, ist das Bestreben, in einer Gemeinschaft von Menschen, die sich auch privat gut verstehen, soziale Aktivitäten zu planen und umzusetzen. Der Orden der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem steht sowohl Frauen als auch Männern offen, die als katholische Christen ein Leben nach den Lehren der Kirche führen und bereit sind, sich mit ihren Kräften für die Menschen im Heiligen Land einzusetzen und auch in ihrer eigenen Umgebung im Sinne der Botschaft Christi als „Zeugen der Auferstehung" zu wirken. Die Aufnahme in den Orden erfolgt - bei Vorliegen der statutarischen Voraussetzungen - aufgrund der Entscheidung der zuständigen Ordensorgane. Der Ritterorden ist keine Vereinigung, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu Sitzungen zusammenkommt. Er ist eine Gemeinschaft von Frauen und Männern, die - meist zusammen mit ihren Angehörigen - öffentlich für eine gute Sache wirken möchte.

 

Wer mehr wissen möchte, dem geben wir gerne Auskunft. Dazu dient insbesondere unsere Web-Seite.

 

Dr. Andreas Leiner
Statthalter für Österreich
Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem

 

Damen im Orden - die „weibliche Seite“ der Grabesritter

Die Ordensdamen sind gemeinsam mit Ordensrittern - Männer in weltlichen Berufen, Ordensleute und Priestern - vollkommen gleichberechtigte Mitglieder des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Diese Gleichberechtigung von Frauen, Männern und Klerikern ist einzigartig in der Röm.-Kath. Kirche.

Ursprünglich war nur die Aufnahme männlicher Mitglieder vorgesehen. Doch bereits am 15. April 1871 erhielt Gräfin Mary Frances Lomax aus England, von Papst Pius IX. das Recht, das Abzeichen des Hl. Grabes als Dame des gleichnamigen Ordens zu tragen. Sie ist somit die erste Ordensdame im Orden des Ritterordens vom Hl. Grab zu Jerusalem!

Mit Konsequenz und Ausdauer hat sie die Aufnahme von Damen verfolgt. Papst Leo XIII. bestätigte mit dem Breve Venerabilis Frater vom 3. August 1888 offiziell den Beschluss von Papst Pius IX. und ermächtigte damit den Patriarchen zur Verleihung der Ordensinsignien auch an Damen. Heute gehören dem Orden über sechstausend Damen an, das sind etwa 25 Prozent der Ordensangehörigen.

Der Ordensmantel der Damen ist schwarz mit weißem Revers und dem fünffachen roten Jerusalemkreuz auf der linken Brustseite. Als Mitglieder eines päpstlichen Ordens tragen Ordensdamen einen schwarzen Schleier.

Glaube, Liebe, Hilfsbereitschaft und der geschwisterliche Umgang miteinander zeichnen die Damen vom Hl. Grab zu Jerusalem aus. Sie sind aber auch geprägt vom Selbstbewusstsein mündiger Christinnen.

Im täglichen Leben beweisen sie durch gelebte Nächstenliebe das Füreinander und Miteinander einerseits im Glauben und andererseits im Engagement für das Hl. Land (das Lat. Patriarchat) und ihre jeweilige Ortskirche.

Die Ordensdamen bringen sich mit vollem Herzen, großem Elan und viel Idealismus in das Ordensleben ein, gestalten es durch verschiedenste Aktivitäten und stellen mit ihren oft typisch weiblichen Zugängen und Charismen eine Bereicherung des Ordenslebens dar.

Im Rahmen der Österreichischen Statthalterei tragen die Ordensdamen vielfältig zur Verwirklichung der Ziele und Umsetzung der Projekte des Ordens und der Intensivierung des Ordenslebens bei.

So sind die Damen mit Dr. Ursula-Maria Fürst als Beauftragte der Ordensdamen im Österr. Statthaltereirat vertreten. Des weiteren sind Ordensdamen als Mitglieder in den Komtureiräten, in der Liturgiekommission und als Kandidatenbetreuerinnen tätig und wesentlich an den Adventmarktaktionen mit Verkauf von Produkten aus dem Heiligen Land beteiligt.

Mit der Beauftragten der Österr. Statthalterei für die Ordensdamen, Dr. Ursula-Maria Fürst, Komturei Salzburg, kümmern sich sechs Ordensdamen um die Belange der Damen im Orden. Es sind dies Barbara Bubna-Litic (Komturei St. Pölten), Barbara Frua (Komturei Salzkammergut), Dr. Simone Kragora (Komturei Wien), Eva-Maria Leiner (Komturei Eisenstadt) und Ingeborg Sigl (Komturei Innsbruck).

 

OD Dr. Ursula-Maria Fürst
Beauftragte für die Ordensdamen