Corona: Grabesritter mit großer Spendenaktion für Heiliges Land

 

Weltweiter Ritterorden brachte drei Millionen Euro für Covid-Opfer in Israel, Palästina und Jordanien auf - Aus Österreich kamen 235.000 Euro - 17 neuen Mitglieder bei Investitur in Linz in den "Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem" aufgenommen

 Linz, 02.10.2020 (KAP) Der Orden der Grabesritter hat in einer weltweiten Solidaritätsaktion Spenden für Covid-19-Opfer im Heiligen Land gesammelt. Seit Mai sind insgesamt knapp drei Millionen Euro zusammengekommen. Die Grabesritter in Österreich haben sich mit rund 235.000 Euro an der Aktion beteiligt, wie die heimische Statthalterei mitteilte. Der Orden hat in Österreich rund 550 Mitglieder.

Die Spendenaktion fand zusätzlich zu den laufenden Unterstützungen der Grabesritter für die katholische Kirche im Heiligen Land statt. In den letzten zehn Jahren haben die Grabesritter weltweit insgesamt mehr als 120 Millionen Euro aufgebracht. Mit dem Geld werden vor allem das Lateinische Patriarchat von Jerusalem bzw. die Caritas Jerusalem bei deren sozialen und schulischen Aktivitäten in Israel, Palästina und Jordanien unterstützt.

Mit der aktuellen Corona-Nothilfe habe man mehr als 2.400 Familien in Not mit Lebensmittel und Hygienepaketen sowie mit Medikamenten helfen können, so Sami El-Yousef, der Generalverwalter des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem. Zudem konnten mehr als 1.200 Familien in Jordanien und 1.180 Familien in Palästina bei der Bezahlung der Schulgebühren geholfen werden. Die Covid-Lage bzw. die daraus folgende humanitäre und soziale Krise werde auch in nächster Zukunft wohl anhalten und weitere Hilfe nötig machen, so der Generalverwalter.

Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem ist für Israel, Palästina, Jordanien und Zypern zuständig. Das Patriarchat unterhält 33 Kindergärten und 41 Schulen, in denen 19.000 Schüler von 1.580 Lehrern unterrichtet werden. Die Grabesritter finanzieren 95 Prozent der entsprechenden Aufwendungen des Patriarchats. Die Hilfe der Grabesritter kommt u.a. auch Menschen in Not in der Westbank, im Gaza-Streifen aber auch in Flüchtlingslagern in Jordanien zugute.

30.000 Mitglieder weltweit

Der "Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem" entstand aus einem mittelalterlichen Brauchtum, bei dem adelige Pilger am Heiligen Grab zu Jerusalem zum Ritter geschlagen wurden. Der heutige Orden, eine eigenständige juristische Person des Kirchenrechts, ist eine vorwiegend von Laien getragene, humanitäre Organisation zur Unterstützung der im Heiligen Land lebenden und von den politischen Auseinandersetzungen betroffenen Christen.

Der Orden hat weltweit 30.000 Mitglieder und wird vom Kardinalgroßmeister in Rom geleitet, der vom Papst bestellt wird. Seit Februar ist dies Kardinal Fernando Filoni. In Österreich gehören den Grabesrittern gut 550 Personen - Männer wie Frauen - an. Großprior der Grabesritter in Österreich ist aktuell der Wiltener Abt Raimund Schreier.

Am vergangenen Wochenende fand in Linz die diesjährige Investitur des Ordens statt, bei der drei Frauen und 14 Männer neu in den Orden aufgenommen wurden. Coronabedingt war die Investitur diesmal weitgehend auf die zentralen liturgischen Elemente der Vigil und des Festgottesdienstes im Mariendom beschränkt. Der Linzer Bischof Manfred Scheuer bezeichnete die Grabesritter in seiner Predigt als "Hoffnungsträger" und "Zeugen der Liebe auch in Zeiten von Krisen und Schwierigkeiten." Mit der Kollekte des Investitur-Gottesdienstes soll ein Kindergarten in Beit Jala in Palästina renoviert werden, wie die Statthalterei mitteilte.

Unter den geistlichen Mitgliedern der "Österreichischen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem" finden sich Kardinal Christoph Schönborn, der Salzburger Erzbischof Franz Lackner, dessen Vorgänger Alois Kothgasser, St. Pöltens Diözesanbischof Alois Schwarz, Militärbischof Werner Freistetter, Altbischof Paul Iby aus Eisenstadt sowie zahlreiche Äbte. Die weltlichen Mitglieder, die die große Mehrheit der Ordensangehörigen ausmachen, sind Menschen aus verschiedenen Berufen und Altersgruppen, die ein christliches Leben führen und denen das Heilige Land und die dort lebenden Christen ein persönliches Anliegen sind.

Um die zahlreichen Hilfsprojekte im Nahen Osten umsetzen zu können, ist der Orden auf Spenden angewiesen. Um den Spendern eine Absetzbarkeit zu ermöglichen, wurde vom Ritterorden der Verein "Österreichische Gemeinschaft für das Hl. Land" gegründet. (Infos: www.oessh.at; Spenden an "Österreichische Gemeinschaft für das Heilige Land", IBAN AT 80 1200 0516 0720 0315)

(c) Kathpress (2.10.2020)

 

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