Freitag, 28.08.2026

Gemeinsame Gebetszeit

"Herr Jesus Christus,
wir sind Zeugen Deines Todes
und Deiner Auferstehung"

1 Kor 1, 17-25; Ps 33, 1-2.4-5.10-11; Mt 25, 1-3

Heiliger Augustinus (354 - 430) Bischof von Hippo Regius, Kirchenvater und Kirchenlehrer

Augustinus stammte aus Thagaste im heutigen Algerien und wurde von seiner Mutter, der heiligen Monika, im christlichen Glauben erzogen, jedoch nicht getauft. In jungen Jahren führte er ein ausschweifendes Leben. Eine vorübergehende Hinwendung zum Manichäismus ließ Augustinus enttäuscht zurück. Er ging nach Mailand und hörte die Predigten von Ambrosius, die eine entscheidende Wende in seinem Leben brachten. Er ließ sich taufen und begann mit einigen Freunden ein klösterliches Leben. Vom Bischof von Hippo ließ er sich zum Priester weihen und wurde später dessen Nachfolger. Augustinus wurde ein eifriger Prediger und guter Seelsorger und bekämpfte in Wort und Schrift die verschiedensten Irrlehren seiner Zeit. Seine Theologie ist ein einziges betendes Besinnen auf Gott und auf die von Gott dem Menschen geschenkte Gnade. Sein bekanntestes Werk sind die "Confessiones" "Bekenntnisse", in denen er sein früheres Leben und seine Bekehrung beschrieb.

Hymnus

Herr Jesus Christus,
du gingst heim zum Vater,
thronst ihm zur Rechten
über allen Welten;
doch deine Jünger
lässt du nicht als Waisen
hier auf der Erde.

Du schickst als Beistand
deinen Geist der Wahrheit.
Er schenkt uns Einsicht,
gibt uns Licht und Hoffnung.
Er führt die Kirche
sicher durch die Zeiten
hin zur Vollendung.

Er weckt Propheten,
die dem Volk vorangehn
und es voll Umsicht
auf dem Weg geleiten.
Hirten bestellt er,
ist in ihren Worten
nahe den Deinen.

Sie geben Zeugnis,
reden unerschrocken,
stärken die Schwachen,
sammeln die Zerstreuten,
lehren in Vollmacht,
helfen ihren Brüdern,
dich zu bekennen.

Lob sei dem Vater
auf dem höchsten Throne,
Lob sei dem Sohne,
den er uns gesandt hat,
Lob sei dem Geiste,
der von beiden ausgeht,
immer und ewig. Amen.

 

 

Die Liebe zu Gott besteht darin, dass wir seine Gebote halten. (1 Joh 5,3) I

Auf Gott vertraue ich, darum werde ich nicht wanken.

 

Verschaff mir Recht, o Herr; denn ich habe ohne Schuld gelebt. *
Dem Herrn habe ich vertraut, ohne zu wanken.

Erprobe mich, Herr, und durchforsche mich, *
prüfe mich auf Herz und Nieren!

Denn mir stand deine Huld vor Augen, *
ich ging meinen Weg in Treue zu dir.

Ich saß nicht bei falschen Menschen, *
mit Heuchlern hatte ich keinen Umgang.

Verhasst ist mir die Schar derer, die Unrecht tun; *
ich sitze nicht bei den Frevlern.

Ich wasche meine Hände in Unschuld; *
ich umschreite, Herr, deinen Altar,

um laut dein Lob zu verkünden *
und all deine Wunder zu erzählen.

Herr, ich liebe den Ort, wo dein Tempel steht, *
die Stätte, wo deine Herrlichkeit wohnt.

Raff mich nicht hinweg mit den Sündern, *
nimm mir nicht das Leben zusammen mit dem der Mörder!

An ihren Händen klebt Schandtat, *
ihre Rechte ist voll von Bestechung.

Ich aber gehe meinen Weg ohne Schuld. *
Erlöse mich und sei mir gnädig!

Mein Fuß steht auf festem Grund. *
Den Herrn will ich preisen in der Gemeinde.

 

 

Auf Gott vertraue ich, darum werde ich nicht wanken.

 

Kurzlesung Joh 16, 23-24

An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen. Amen, amen, ich sage euch: Was ihr den Vater in meinem Namen bitten werdet, das wird er euch geben.Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist.

Responsorium

V Wenn nicht der Herr das Haus baut. 
R Mühn sich umsonst, die daran bauen. 

Impuls

„Unruhig ist unser Herz, o Gott, bis es Ruhe findet in dir.” (Confessiones, I,1)

Innere Ruhe ist kein Zustand, den man kaufen oder optimieren kann. In einer Zeit von ständiger Erreichbarkeit, Reizüberflutung und dem Drang nach mehr – mehr Konsum, mehr Anerkennung, mehr Tempo – klingt das Bekenntnis des Augustinus erstaunlich modern:

Das Herz des Menschen ist strukturell auf der Suche. Es findet keine Ruhe in Besitz oder Leistung, sondern nur in dem, wofür es letztlich gemacht ist.

 

Gebetsgedenken

Augustinus hat gezeigt, dass ein unruhiges Herz kein Zeichen des Scheiterns ist, sondern der Beginn des Weges zu dir.

Schenke allen suchenden Menschen den Mut, ihre Fragen nicht zu unterdrücken, sondern sie vertrauensvoll vor dich zu tragen und nicht nur im Äußeren zu beantworten durch Christus unseren Herrn und Gott.

Oration

Allmächtiger Gott, wir rufen dich an: Erwecke in deiner Kirche aufs neue den Geist, mit dem du den heiligen Bischof Augustinus erfüllt hast. Gib auch uns die Sehnsucht nach dir, dem Quell der wahren Weisheit und dem Ursprung der Liebe. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Der Herr segne uns. Er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben.

Amen.

 

 

 

Auferstehungsgebet

Herr, unser Gott,

im Schatten deiner Flügel hatten wir Hoffnung.

Schütze und trage uns!

Du wirst uns tragen von unserer Kindheit an bis ins hohe Greisenalter.

Denn nur dann ist Kraft in uns, wenn sie aus dir kommt,

wenn sie aus uns kommt, ist sie Schwäche.

Reich und schön ist das Leben in deiner Nähe.

Doch weil wir uns abgewandt haben von dir, sind wir auf Irrwege geraten.

Damit wir nicht umkommen, lass uns heimkehren zu dir.

Bei dir haben wir Heil in Fülle, weil du selber das Heil bist.

Darum vertrauen wir die Heimat wiederzufinden, die wir einst verließen.

Auch wenn wir ferne waren,

das Haus, dein in Ewigkeit, ist immer für uns da.

n. Hl. Augustinus

 

 

Ordensgebet

Herr Jesus Christus,

Du rufst uns,

Zeugen Deiner Botschaft und Deiner Erlösung zu sein.

Wir sind Zeugen Deines Todes und Deiner Auferstehung,

Zeugen des Lebens, das Du gebracht hast,

Zeugen der Liebe, Zeugen der Freude.

Wir sind gerufen,

aus der Kraft Deines Kreuzes und Deiner Auferstehung,

durch unser Wort und unser christliches Leben,

den Menschen Hoffnung und Zuversicht zu geben.

Herr,

gib uns in Deinem Geist Mut zum Zeugnis.

Gib uns offene Augen,

offene Ohren

und ein offenes Herz für die Not der Menschen,

besonders für die Christen im Hl. Land,

die unserer persönlichen Sorge anvertraut sind.

Lass uns denken und handeln nach Deinem Wort und Beispiel.

Lass uns unsere Berufung leben mit den Schwestern und Brüdern,

die zur Gemeinschaft des Ritterordens gehören.

Lass uns miteinander auf dem Weg sein.

Lass uns leben in und mit Deiner Kirche.

Lass uns selbst Kirche sein, wie Du sie gewollt hast.

Sei gepriesen jetzt und in Ewigkeit.

Amen.

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