Kardinalgroßmeister tritt sein Amt an

Kardinal Filoni bei Inaugurationsmesse in römischer Kirche Santo Spirito in Sassia: "Nächstenliebe und Solidarität herausragende Merkmale des Ritterordens vom Heiligen Grab" - Mit Filoni steht erfahrener Vatikan-Diplomat und Orient-Experte an Spitze der Grabesritter - 30.000 Mitglieder weltweit

Rom, 03.02.2020 (KAP) "Wir dürfen nie vergessen, dass Nächstenliebe und Solidarität herausragende Merkmale des Ritterordens vom Heiligen Grab sind": Das hat der neue Großmeister des Ordens, Kardinal Fernando Filoni, bei seiner Inaugurationsmesse am 1. Februar in der römischen Kirche Santo Spirito in Sassia betont. Der Kurienkardinal steht damit an der Spitze des weltweiten Ritterordens. Kardinal Filoni fügte hinzu: "Es ist uns eine Ehre, diese Merkmale zu Gunsten der Kirche von Jerusalem in die Praxis umzusetzen, für die vielen Not leidenden Schwestern und Brüder, die im Heiligen Land leben". Wer dem Orden angehöre, tue dies nicht aus familiärer oder sonstiger Tradition, sondern weil er von dem berufen sei, der zur "Wasserscheide in der Geschichte der Menschheit" geworden ist, Christus.

Der neue Großmeister der Grabesritter betonte, dass die Existenz des Ritterordens vom Heiligen Grab darauf ausgerichtet sei, im Heiligen Land, wo es so viele heilige Orte gibt, weiterhin die Stimme des Evangeliums vernehmbar zu machen, aber auch im Interesse der dort Lebenden für die Werke der Nächstenliebe, die Unterstützung der kulturellen und gesellschaftlichen Institutionen sowie für die Verteidigung der Menschenrechte Sorge zu tragen.

Mit Filoni steht ein erfahrener Vatikan-Diplomat, der auch mit den Gegebenheiten im Nahen Osten bestens vertraut ist, den Grabesrittern vor. Filoni wurde 1946 im apulischen Manduria geboren. Von 2011 bis 2019 war er Präfekt der vatikanischen Missionskongregation (Kongregation für die Evangelisierung der Völker). Am 8. Dezember 2019 wurde er von Papst Franziskus zum Großmeister des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ernannt. Er trat die Nachfolge von Kardinal Edwin O'Brien an, der altersbedingt zurückgetreten war.

Filoni war 1970 in Galatone zum Priester geweiht worden. An der Päpstlichen Lateranuniversität in Rom absolvierte er ein Doktoratsstudium in Kanonischem Recht und an der römischen Universität La Sapienza ein Doktoratsstudium in Philosophie. An der Libera Università Internazionale degli Studi Sociali absolvierte er ein Journalismus Studium. 1982 trat er in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Er war zunächst in den Apostolischen Nuntiaturen in Ceylon und im Iran tätig. Von 1985 bis 1989 arbeitete er im Päpstlichen Staatssekretariat und wirkte anschließend wieder in den Apostolischen Nuntiaturen in Brasilien und auf den Philippinen.

2001 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Apostolischen Nuntius im Irak und Jordanien. Die Bischofsweihe erteilte ihm Papst Johannes Paul II. selbst am 19. März desselben Jahres. Als einziger ausländischer Diplomat blieb er während des Irakkrieges der USA in Bagdad, was ihm den Übernahmen "Nuntius Courage" einbrachte. 2006 übertrug ihm Papst Benedikt XVI. die Aufgabe des Apostolischen Nuntius auf den Philippinen. Benedikt XVI. ernannte ihn ein Jahr später zum Substituten im Päpstlichen Staatssekretariat ("Innenminister"). Im Mai 2011 wurde er von Benedikt XVI. zum Präfekten der einflussreichen "Missionskongregation" ernannt. Im Februar 2012 wurde er zum Kardinal erhoben. Vor wenigen Tagen hat Papst Franziskus Kardinal Filoni auch zum Mitglied der "Kongregation für die Heiligsprechungen" ernannt.

30.000 Mitglieder weltweit

Der "Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem" entstand aus einem mittelalterlichen Brauchtum, bei dem adelige Pilger am Heiligen Grab zu Jerusalem zum Ritter geschlagen wurden. Der heutige Orden, eine eigenständige juristische Person des Kirchenrechts, ist eine vorwiegend von Laien getragene, humanitäre Organisation zur Unterstützung der im Heiligen Land lebenden und von den politischen Auseinandersetzungen betroffenen Christen. Der Orden hat weltweit 30.000 Mitglieder und wird vom Kardinalgroßmeister in Rom geleitet, der vom Papst bestellt wird. In Österreich gehören den Grabesrittern gut 550 Personen - Männer wie Frauen - an. Großprior der Grabesritter in Österreich ist aktuell der Wiltener Abt Raimund Schreier.

Unter den geistlichen Mitgliedern der "Österreichischen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem" finden sich Kardinal Christoph Schönborn, der Salzburger Erzbischof Franz Lackner, dessen Vorgänger Alois Kothgasser, St. Pöltens Diözesanbischof Alois Schwarz, Militärbischof Werner Freistetter, Altbischof Paul Iby aus Eisenstadt sowie zahlreiche Äbte. Die weltlichen Mitglieder, die die große Mehrheit der Ordensangehörigen ausmachen, sind Menschen aus verschiedenen Berufen und Altersgruppen, die ein christliches Leben führen und denen das Heilige Land und die dort lebenden Christen ein persönliches Anliegen sind.

Um die zahlreichen Hilfsprojekte im Nahen Osten umsetzen zu können, ist der Orden auf Spenden angewiesen. Um den Spendern eine Absetzbarkeit zu ermöglichen, wurde vom Ritterorden der Verein "Österreichische Gemeinschaft für das Hl. Land" gegründet. (Spenden an Österreichische Gemeinschaft für das Heilige Land, IBAN AT 80 1200 0516 0720 0315)

(c) kathpress, 4.2.2020

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