OB Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Rohmberg verstorben

 

Komtur tit. ao. Univ.Prof. Dr. Hans-Peter Rhomberg zum Gedenken

Der Komtur im Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem, tit.ao. Univ.Prof. Dr. Hans-Peter Rhomberg, gab am 2. April im Alter von 79 Jahren das Leben in die Hand seines Schöpfers zurück.

Der Verstorbene hat sich durch seinen unermüdlichen Einsatz und seine vorbildliche Haltung als Arzt, als Wissenschafter und Lehrer, als Primar, als Autor und Pionier in der klinischen Geriatrie und auch als engagierter Standesvertreter um die Tiroler Ärzteschaft verdient gemacht. So setzte er der Ärztin und Ordensgründerin Anna Dengel mit dem 1992 im Tyrolia-Verlag von ihm verfassten, erschienenen Buch mit einem Vorwort von Mutter Teresa ein literarisches Denkmal.

Der am 10. Mai 1986 in Salzburg investierte Grabesritter kam am 24. April 1940 in Kitzbühel zur Welt, legte am Gymnasium der Benediktiner in Kremsmünster die Matura ab, und studierte 1958 bis 1964 an der heimischen Alma Mater Medizin. Danach führte ihn die erste Stelle an die Klinik für Psychiatrie und Neurologie zu Univ.-Prof. Dr. Hans Ganner. Anschließend verbrachte er ein Jahr am Pathologischen Institut bei Univ.-Prof. Dr. Franz-Josef Lang, bis er ab Juli 1965 seine Ausbildung bei Univ.-Prof. Dr. Herbert Braunsteiner an der Klinik für Innere Medizin absolvieren konnte.

Nach Abschluss seiner Ausbildung 1970 folgten als weitere Karrierestationen die London School of Hygiene and Tropical Medicine, das Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation in Kopenhagen zunächst als Medical Officer dann als Koordinator der Europäischen Herzinfarktregisterstudie sodann folgte Chicago, bei Prof. Stamler in großen präventivmedizinischen Studienprogrammen-Multiple Risk Factor Intervention Trial (MRFIT) und -Hypertension Detection and Follow up Programs. Am 1. April 1974 kehrte Prof. Rhomberg an die Universitätsklinik Innsbruck zurück.

Mehr als zwanzig Jahre lang, vom 1. Jänner 1985 bis 1. Juli 2005 lenkte ao. Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Rhomberg souverän die Geschicke des Landeskrankenhauses Hochzirl, Anna-Dengel-Haus. Ganze 41 Berufsjahre legte er als engagierter und allseits geachteter Mediziner zurück. 1983 habilitierte er sich mit dem Vorsorgeprojekt „Tiroler Herzprojekt Oberperfuss 1977 (bis 1987) und ab 1978 fungierte er als wissenschaftlicher Begleiter des ersten Tiroler Gesundheits- und Sozialsprengels in Zirl.

Als Ärztlicher Direktor und Primarius war Prof. Rhomberg dem Fortschritt und der Innovation verpflichtet. Eine Pflicht, die er zeitlebens konsequent erfüllt hat. So hat er sein medizinisches Spezialfach - die Geriatrie - mit eigenen Ideen und brillanten Leistungen nach vorwärts gebracht. Seit 1. Jänner 1985 übte Prof. Rhomberg seine Tätigkeit als Ärztlicher Leiter und Inhaber des Internen Primariates am öffentlichen

Landeskrankenhaus Hochzirl, Anna-Dengel-Haus, mit großer Tatkraft, Kompetenz und Umsicht erfolgreich aus. Als solcher führte er das Krankenhaus hoch über Zirl zu neuem Glanz und gab ihm wieder jenen Stellenwert, den diese Heilstätte schon einmal hatte. Unter seiner Ägide stieg Hochzirl zum dem führenden geriatrischen Schwerpunkt im Westen Österreichs auf. Während seiner Amtszeit wurde die Bausubstanz der Anlage aus den zwanziger Jahren generalsaniert und den Bedürfnissen der modernen Medizin und der aktivierenden Pflege angepasst. Dieses Vorhaben konnte im November des Jahres 2001 weitgehend abgeschlossen werden.

Prof. Rhomberg war seit Beginn seines Berufslebens mit der ganzen Breite der Inneren Medizin befasst und erkannte frühzeitig und weitblickend, dass die ärztliche und pflegerische Versorgung Alters- und chronisch Kranker ein Schwerpunkt der nachfolgenden Jahre und Jahrzehnte sein würde. Ihm war klar, dass dieser Umstand volles Engagement der Ärzteschaft und der Pflegenden erfordert und so widmete er sich in zwanzig Jahren seines Berufslebens mit großer Sachkunde und Energie diesem Spezialgebiet der Medizin.

Zu Auszeichnungen und Preise für Rhombergs verdienstvolles Wirken zählen der Kuner-Preisträger für Präventivmedizin (1986) tit. ao. Univ.-Professor (1992), die Verleihung des „Ehrenzeichens des Landes Tirol“ (1995), das österr. Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse (1999), die Verleihung des Ehrenringes der Gemeinde Zirl. Weiters war der Heimgegangene Träger des Päpstlichen Sylvesterordens Komtur mit Stern, (2001) und Ehrenmitglied der Österr. Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (2005).

Dr. Heinz Wieser

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