Gedanken zum Terroranschlag 2020 in Wien

 

Meine lieben Ordensgeschwister!

Heute und in den kommenden Tagen trauern wir um die Opfer des entsetzlichen Anschlags von Wien. Wir hören und lesen Sätze wie: „Der Hass darf nicht mit Hass beantwortet werden!“, und Ähnliches mehr.

Das ist selbstverständlich richtig! Aber Beten, Betroffenheit und Glockengeläut alleine genügen nicht, um ein friedliches Zusammenleben aller Menschen in Österreich und Europa zu ermöglichen!

Die Trennlinie verläuft nicht zwischen Muslimen und Christen, bzw. Nichtmuslimen, oder Staatsbürgern und Menschen mit Migrationshintergrund. Sie verläuft zwischen nihilistischen, intoleranten und hasserfüllten Extremisten, deren Ziel die Spaltung der Menschen und die Zerstörung der demokratischen Ordnung ist, und friedliebenden, toleranten, dem Gemeinwohl verpflichteten Menschen mit oder ohne religiöse Überzeugungen.

Daher ist es höchste Zeit, dass alle Menschen in unserem Land und in Europa sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen wollen! Wer sich für Hass, Gewalt und Spaltung entscheidet, darf nicht länger entschuldigt und geduldet werden. Es ist wichtig zu beten und den Dialog zu suchen. Aber der Staat und seine Bürger müssen auch jede Form von Extremismus bekämpfen - sei er islamistisch oder rechtsextrem.

Keinem friedliebenden Moslem ist damit geholfen, wenn wir in Österreich oder Europa aus falsch verstandener Toleranz oder Furcht radikale Prediger, Kulturvereine, etc. dulden. Keinem Menschen, der Österreich und Europa liebt ist geholfen, wenn Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit toleriert werden.

Gegen den Islamismus muss genauso rigoros und kompromisslos vorgegangen werden, wie gegen den Rechtsextremismus und andere menschenverachtenden Ideologien.

Die ganze Gesellschaft ist jetzt gefordert sich zu entscheiden und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Der heilige Benedikt, Patron Europas, gibt uns einen guten Ratschlag: „Ora et labora!“ Beten wir für den Frieden und arbeiten wir für ein gutes Zusammenleben aller Menschen in Wien, Österreich und Europa!??

Mit traurigen, aber herzlichen ordensgeschwisterlichen Grüßen,

Euer Prior und OB Stefan Reuffurth
Prior der Komturei Eisenstadt

 

 

 

Exzellenz, Lieber Andreas, Verehrter Grossprior Raimund Schreier,

Mit großer Betroffenheit habe ich gestern Abend, genau in dem Moment wo ich dabei war die Fotos von der schönen Investiturfeier in Linz auf meinen Computer zu überspielen, und meine Gedanken um das Felix Austria drehten, von dem schrecklichen Attentat in Wien erfahren, das über so viele unschuldige Menschen Tod und Schmerz gebracht hat.

Heute Morgen habe ich dann auch erfahren, dass ein luxemburgischer Student unter den Verletzten ist.

In den letzten Stunden: nach Frankreich, nach Canada, nun auch Osterreich.

Ich möchte Euch hiermit im Namen unserer Statthalterei und in meinem eigenen Namen meine tiefe Anteilnahme mitteilen.

Ich bete und flehe zu Gott, Unserem Herrn, dass die Gewalt und der Hass aufhören sollen und wir doch alle gemeinsam zusammenleben können, und unsere Kräfte und Gedanken auf die Lösung zb der Pandemie oder der Umweltverschmutzung oder der Beseitigung des menschlichen Elends lenken können.

Es ist wie immer in solchen Momenten schwierig den Sinn zu verstehen, und erst der Rückblick aus der Geschichte wird ihn uns vielleicht zeigen können.

Aber das Leben im Hier und Jetzt wird wahrlich nicht vereinfacht durch solche abscheulichen Taten.

Ich bete, dass wir alle die Kraft behalten, nicht in diesem Moment zu verzweifeln und mit Kraft und Glauben eine bessere Zukunft erleben.

In tiefer Trauer und mit ordensbrüderlichen und freundschaftlichen Grüssen

Jacques

Jacques Klein
Statthalter in Luxemburg des OESSH
jacques.klein@pt.lu
lieutenant@oessh.lu

 

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