

Dreitägiges Investiturwochenende des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem – Aufnahme neuer Mitglieder – Zeichen der Solidarität und Unterstützung für die Menschen im Heiligen Land
Klagenfurt war von 18. bis 20. September 2026 Schauplatz des Investiturwochenendes der Österreichischen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Rund 400 Ordensmitglieder aus 14 Nationen kamen zu den dreitägigen Feierlichkeiten nach Kärnten, die im Zeichen von Gemeinschaft, Verantwortung und der Unterstützung der christlichen Bevölkerung im Heiligen Land standen.
Eröffnet wurde das Wochenende am Freitag mit einem Empfang des Landes Kärnten und der anschließenden Vigil in der Stadtpfarrkirche St. Egid. Zelebrant war Erzbischof Franz Lackner, Großprior des Ritterordens. Landtagspräsident Andreas Scherwitzl und Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber würdigten das Engagement des Ordens für Frieden, Solidarität und konkrete Hilfe im Heiligen Land.
Den Höhepunkt bildete am Samstag die feierliche Investitur im Klagenfurter Dom, bei der neue Damen und Ritter in die Österreichische Statthalterei durch Erzbischof Franz Lackner aufgenommen wurden. Beim anschließenden Festkapitel im Konzerthaus Klagenfurt rückte insbesondere die aktuelle Situation der christlichen Gemeinschaften im Heiligen Land in den Mittelpunkt.
Johny Zeidan, Geschäftsführer des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, betonte die Bedeutung einer lebendigen christlichen Präsenz in der Region. Es gehe nicht allein um den Erhalt heiliger Stätten, sondern vor allem um jene Menschen, die dort leben, arbeiten und Familien gründen. Ohne sie drohe das Heilige Land zu einem „Museum des Christentums ohne Christen“ zu werden. Schulen, Arbeitsplätze, Wohnraum und Pfarren bezeichnete Zeidan als eine notwendige „Infrastruktur der Hoffnung“.
Der Ritterorden unterstützt über das Lateinische Patriarchat zahlreiche Bildungs-, Sozial-, Pastoral- und Hilfsprojekte in Israel, Palästina und Jordanien. Die internationale Gemeinschaft zählt rund 30.000 Mitglieder. In Österreich gehören dem Orden rund 550 Ritter und Ordensdamen in zwölf Komtureien an. Die österreichische Statthalterei brachte im vergangenen Jahr mehr als 769.000 Euro für Hilfsprojekte auf.
Den Abschluss des Investiturwochenendes bildete am Sonntag ein Festgottesdienst im Dom von Maria Saal mit Diözesanbischof Josef Marketz. In seiner Predigt erinnerte Marketz daran, dass die Aufnahme in den Orden nicht in erster Linie Auszeichnung, sondern Auftrag sei. „Kein Zeichen, kein Rang und keine Auszeichnung machen einen Menschen vor Gott größer.“ Die Berufung der Ordensmitglieder bestehe vielmehr darin, anderen zu dienen und Verantwortung zu übernehmen.
Mit Blick auf das Heilige Land rief Marketz dazu auf, „Brücken zu bauen statt Gräben zu vertiefen; Hoffnung zu geben statt Angst zu verbreiten; zu dienen statt sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen“. Die Verbundenheit mit Jerusalem bedeute zugleich die Verpflichtung, die Situation der Menschen im Heiligen Land auch in Österreich im Bewusstsein zu halten.
Mit dem Gottesdienst in Maria Saal ging ein Investiturwochenende zu Ende, das internationale Begegnung, geistliche Gemeinschaft und den konkreten Auftrag des Ritterordens miteinander verband: die christlichen Gemeinschaften im Heiligen Land nachhaltig zu unterstützen und ihnen Perspektiven für eine Zukunft in ihrer Heimat zu ermöglichen.