Freitag, 03.04.2020

Gemeinsame Gebetszeit

"Herr Jesus Christus,
wir sind Zeugen Deines Todes
und Deiner Auferstehung"

Jer 20, 10-13; Ps 18.2-7. 20; Joh 10, 31-42

HERZ-JESU-FREITAG

Hymnus

Ehre sei dir, Christe,

der du littest Not,

an dem Stamm des Kreuzes

für uns bittern Tod,

herrschest mit dem Vater

in der Ewigkeit:

Hilf uns armen Sündern

zu der Seligkeit.

Kyrie, eleison.

 

Ps 46, 2-12

Der Herr der Heerscharen ist mit uns, der Gott Jakobs ist unsre Burg.

Gott ist uns Zuflucht und Stärke,*

ein bewährter Helfer in allen Nöten.

 

Darum fürchten wir uns nicht, wenn die Erde auch wankt,*

wenn Berge stürzen in die Tiefe des Meeres,

 

wenn seine Wasserwogen tosen und schäumen*

und vor seinem Ungestüm die Berge erzittern.

 

Der Herr der Heerscharen ist mit uns,*

der Gott Jakobs ist unsre Burg.

 

Das Wasser eines Stromes erquicken die Gottesstadt,*

des Höchsten heilige Wohnung.

 

Gott ist in ihrer Mitte, darum wird sie niemals wanken;*

Gott hilft ihr, wenn der Morgen anbricht.

 

Völker toben, Reiche wanken,*

es dröhnt sein Donner, da zerschmilzt die Erde.

 

Der Herr der Heerscharen ist mit uns,*

der Gott Jakobs ist unsre Burg.

 

Kommt und schaut die Taten des Herrn,*

der Furchtbares vollbringt auf der Erde.

 

Er setzt den Kriegen ein Ende*

bis an die Grenzen der Erde;

 

er zerbricht die Bogen, zerschlägt die Lanzen,*

im Feuer verbrennt er die Schilde.

 

"Lasst ab und erkennt, dass ich Gott bin,*

erhaben über die Völker, erhaben auf Erden."

 

Der Herr der Heerscharen ist mit uns,*

der Gott Jakobs ist unsre Burg.

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohn *

und dem Heiligen Geist.

 

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit *

und in Ewigkeit. Amen

Der Herr der Heerscharen ist mit uns, der Gott Jakobs ist unsre Burg.

Kurzlesung 1 Petr 2 21b-24

Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt. Er hat keine Sünde begangen und kein trügerisches Wort war in seinem Mund. Er wurde geschmäht, schmähte aber nicht; er litt, drohte aber nicht, sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter. Er hat unsere Sünden mit seinem Leib auf das Holz des Kreuzes hinaufgetragen, damit wir tot seien für die Sünden und für die Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr geheilt.

Responsorium

R Sei mir gnädig und heile mich, * ich habe vor dir gesündigt.

V Verschließe mir nicht dein Erbarmen; Herr, eile mir zu Hilfe,* ich habe vor dir gesündigt.

Impuls

Jesus erwiderte ihnen: Heißt es nicht in eurem Gesetz: Ich habe gesagt: Ihr seid Götter?“ (Joh 10, 34).

Am Schluss der Hirtenrede, der uns meist nicht so geläufig ist wie ihre zentrale Botschaft (10, 11: „Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.“) argumentiert Jesus mit einem „der „spektakulärsten Texte der Bibel“ (Erich Zenger), nämlich Psalm 82, wo es im Vers 6 heißt: „Ich habe gesagt: Ihr seid Götter, ihr alle seid Söhne des Höchsten.“ Er will damit dem Vorwurf der Gotteslästerung begegnen, den ihm die Juden machen: „denn du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott“ (10, 33). Was hier vorweggenommen wird, ist die Anklage vor dem Synhedrium, dem Hohen Rat (über die das Johannes-Evangelium dann mit Ausnahme der Erwähnung des Verhörs vor Hannas nichts berichtet; im Gegensatz zu den Synoptikern liegt hier der Fokus auf dem Prozess vor Pilatus). Dort wird Jesus ein „volles Geständnis“ ablegen, indem er die Frage des Hohenpriesters „Bist du der Messias, der Sohn Gottes?“ schlicht mit „Du hast es gesagt“ beantwortet (Mt 26, 63 f) und damit die Gotteslästerung – aus jüdischer Sicht – sogar vor dem Gericht begeht. Nach Lev 24, 16 ist dafür tatsächlich die Steinigung vorgesehen, die freilich in der Situation 10, 31 Lynchjustiz bedeutet hätte, weil die Juden unter der römischen Besatzung keine Todesurteile vollstrecken durften. Die Kreuzigung war zwar die römische „Standardhinrichtung“, doch findet sich in der sog „Tempelrolle“ aus der Höhle 11 von Qumran eine Paraphrase zur Stelle Dtn 21, 22 f, in der auch das Hängen lebender Menschen als biblisch begründete Hin­richtungsart genannt ist.

Der Hinweis auf Psalm 82 zeigt wie viele andere Jesusworte, wie sehr seine Botschaft an das sog. Alte Testament anknüpft und sollte uns – wieder einmal – daran erinnern, dass wir keinen Anlass haben, auf unsere „älteren Brüder“ (Johannes Paul II.) herabzusehen. Vielmehr sind Juden wie Christen dazu aufgerufen, „Zeugen der Liebe des Vaters in der ganzen Welt zu sein“ (Papst Franziskus). Diese Liebe des Vaters hat sich – um einen anderen Psalm (8, 4) zu zitieren – daran gezeigt, dass er den Menschen „nur wenig geringer gemacht als Gott“. Gerade das Anliegen von Jesus aber ist es zweifellos, „die Menschen in seine Wirklichkeit hineinzuziehen, sie zu vergöttlichen“ (Ludger Schenke). In Zeiten wie diesen mag es uns freilich besonders schwerfallen, an unsere Vergöttlichung zu glauben. Zumindest als „Erstlingsgabe“ (Röm 8,23) sollte sie uns aber auch jetzt Hoffnung geben, in der konkreten Situation – um Paulus abzuwandeln – Hoffnung auf die Erlösung unseres Leibes von Krankheit und Tod.

Gebetsgedenken

Wir bitten um die Kraft dafür, dass wir allen Zeitumständen zum Trotz an unsere Vergöttlichung glauben können. Wir beten aber auch mit Papst Franziskus: Schenke Gesundheit den Körpern und den Herzen Trost!

Oration

Barmherziger Gott, wir haben aus menschlicher Schwachheit gefehlt und können aus eigener Kraft dem Netz der Sünde nicht entrinnen. Komm uns in deiner Güte zu Hilfe und befreie uns von aller Schuld. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

Der Herr segne uns. Er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben.

Amen.

 

 

 

Auferstehungsgebet

Herr Jesus Christus, du bist der Ursprung, der Erstgeborene von den Toten:

Kyrie eleison.

Durch dich haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden:

Kyrie eleison

Für alle Verlassenen, Einsamen, Verzweifelten bitten wir dich.

Für alle alten Menschen und für alle Kranken bitten wir dich.

Christus, auferstanden von den Toten hast du uns versprochen, bei uns zu sein alle Tage bis zum Ende der Welt.

Amen.

(aus dem Ordensgebetbuch)

 

 

Ordensgebet

Herr Jesus Christus,

Du rufst uns,

Zeugen Deiner Botschaft und Deiner Erlösung zu sein.

Wir sind Zeugen Deines Todes und Deiner Auferstehung,

Zeugen des Lebens, das Du gebracht hast,

Zeugen der Liebe, Zeugen der Freude.

Wir sind gerufen,

aus der Kraft Deines Kreuzes und Deiner Auferstehung,

durch unser Wort und unser christliches Leben,

den Menschen Hoffnung und Zuversicht zu geben.

Herr,

gib uns in Deinem Geist Mut zum Zeugnis.

Gib uns offene Augen,

offene Ohren

und ein offenes Herz für die Not der Menschen,

besonders für die Christen im Hl. Land,

die unserer persönlichen Sorge anvertraut sind.

Lass uns denken und handeln nach Deinem Wort und Beispiel.

Lass uns unsere Berufung leben mit den Schwestern und Brüdern,

die zur Gemeinschaft des Ritterordens gehören.

Lass uns miteinander auf dem Weg sein.

Lass uns leben in und mit Deiner Kirche.

Lass uns selbst Kirche sein, wie Du sie gewollt hast.

Sei gepriesen jetzt und in Ewigkeit.

Amen.

Gemeinsame GebetszeitGebet der vorigen WocheImpressumWebsite