Freitag, 17.09.2021

Gemeinsame Gebetszeit

"Herr Jesus Christus,
wir sind Zeugen Deines Todes
und Deiner Auferstehung"

1 Tim 6, 3b-12; Ps 49, 6-7.8-9.17-18.19-20; Lk 8, 1-3

Hl. Hildegard von Bingen

Hildegard wurde 1098 in Bermersheim (nördlich von Alzey/Rheinland-Pfalz) als zehntes Kind des Edelfreien Hildebert und seiner Gattin Mechthild geboren. Das Mädchen war schwächlich, aber fröhlich und lebhaft, was sie ein Leben lang blieb. Zu Erziehung wurde sie zur Jutta von Spanheim auf den nahe gelegenen Disibodenberg gebracht. Als Jutta, die Meisterin der Klause, 1136 starb, wurde Hildegard ihre Nachfolgerin. 1150 zog sie mit ihren inzwischen zahlreich gewordenen Nonnen in das von ihr erbaute Kloster Rupertsberg bei Bingen. Um 1165 besiedelte sie das damals leerstehende Eibingen oberhalb von Rüdesheim. Schon auf dem Disibodenberg hatte sie auf Gottes Geheiß angefangen, ihre in wachem Zustand empfangenen Visionen und Einsichten niederzuschreiben. Sie, die sich ungelehrt und armselig nannte, war in Wirklichkeit eine hoch begabte Frau. Ihr Erstlingswerk nannte sie „Scivias“ (Wisse die Wege [Gottes]). Durch ihre Schriften, Briefe, Predigten und Prophezeiungen wurde sie bald eine bekannte Persönlichkeit. Sie stand sowohl im Briefwechsel mit Päpsten und Königen als auch mit armen und einfachen Menschen, die Rat und Hilfe bei ihr suchten. Immer lebte sie in Gottes Licht und fand ihn in allen Dingen wieder: in den Steinen, Tieren und Menschen. In allem aber blieb sie ein demütig staunender Mensch. Hildegard starb am 17. September 1179. Benedikt XVI. hat sie am 10. Mai 2012 heiliggesprochen und am 7. Oktober 2012 zur Kirchenlehrerin erhoben.

Hymnus

Wort Gottes, dessen Macht und Ruf

im Urbeginn die Welt erschuf.

Du bist der Anfang und das Ende.

 

Der Himmel und die ganze Welt

sind deiner Hoheit unterstellt.

Du bist der Zeiten Lot und Wende.

 

Die Weisheit baute sich ein Haus,

darin spricht Gott sich selber aus,

und dieses Wort hat uns getroffen.

 

Nun ist die Welt nicht mehr so leer,

nicht mehr die Last so drückend schwer:

Der Weg zum Vater steht uns offen.

Ps 133, 1-3

Lasst uns einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott.

Seht doch, wie gut und schön ist es,*

wenn Brüder miteinander in Eintracht wohnen.

 

Das ist wie köstliches Salböl,+

das vom Kopf hinabfließt auf den Bart,*

auf Aarons Bart, das auf sein Gewand hinabfließt.

 

Das ist wie der Tau des Hermon,+

der auf den Berg Zion niederfällt.*

Denn dort spendet der Herr Segen und Leben in Ewigkeit.

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohn*

und dem Heiligen Geist.

 

Wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit*

und in Ewigkeit. Amen. 

Lasst uns einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott.

Kurzlesung Weish 8 1-6

Machtvoll entfaltet sie ihre Kraft von einem Ende zum andern und durchwaltet voll Güte das All. Sie habe ich geliebt und gesucht von Jugend auf, ich suchte sie als Braut heimzuführen und fand Gefallen an ihrer Schönheit. Im Umgang mit Gott beweist sie ihren Adel, der Herr über das All gewann sie lieb. Eingeweiht in das Wissen Gottes, bestimmt sie seine Werke. Ist Reichtum begehrenswerter Besitz im Leben, was ist dann reicher als die Weisheit, die in allem wirkt? Wenn Klugheit wirksam ist, wer in aller Welt ist ein größerer Meister als sie?

 

Responsorium

V Sieh her, o Gott, du, unser Beschützer.

R Schau auf das Antlitz deines Gesalbten.

Impuls

Die Weisheit als Kraft der Unterscheidung und der Verbindung wohnt in ihrer Fülle in Gott.   Er schenkt sie seinen Auserwählten als kostbare Gabe. Sie wird mit einer wegen ihrer Schönheit und ihres göttlichen Adels liebenswerten Braut verglichen. Sie bringt als Brautgaben Reichtum und Klugheit, Wissen und Können. Dass nicht alle Menschen sie in gleichem Maß besitzen, ist eine Tatsache. Gott ist offenbar kein Freund der allgemeinen Gleichmacherei, gerade die Verschiedenheit der Gaben macht ihre Kostbarkeit sichtbar.

Gebetsgedenken

Die Hl. Hildegard durfte unaufhörlich deine Gegenwart erfahren. Erfülle auch unser Leben mit deinem Licht, durch Christus unseren Herrn.

 

Oration

Herr Jesus Christus, um die neunte Stunde hast du dem reumütigen Schächer vom Marterpfahl des Kreuzes aus dein Reich versprochen. Wir bekennen dir, dass wir Sünder sind und bitten dich voll Vertrauen: Lass auch uns nach dem Tod bei dir im Paradiese sein. Der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. Amen.

Der Herr segne uns. Er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben.

Amen.

 

 

 

Auferstehungsgebet

Deinen Tod, o Herr, verkünden wir

und Deine Auferstehung preisen wir,

bis Du kommst in Herrlichkeit!

Amen.

Ordensgebet

Herr Jesus Christus,

Du rufst uns,

Zeugen Deiner Botschaft und Deiner Erlösung zu sein.

Wir sind Zeugen Deines Todes und Deiner Auferstehung,

Zeugen des Lebens, das Du gebracht hast,

Zeugen der Liebe, Zeugen der Freude.

Wir sind gerufen,

aus der Kraft Deines Kreuzes und Deiner Auferstehung,

durch unser Wort und unser christliches Leben,

den Menschen Hoffnung und Zuversicht zu geben.

Herr,

gib uns in Deinem Geist Mut zum Zeugnis.

Gib uns offene Augen,

offene Ohren

und ein offenes Herz für die Not der Menschen,

besonders für die Christen im Hl. Land,

die unserer persönlichen Sorge anvertraut sind.

Lass uns denken und handeln nach Deinem Wort und Beispiel.

Lass uns unsere Berufung leben mit den Schwestern und Brüdern,

die zur Gemeinschaft des Ritterordens gehören.

Lass uns miteinander auf dem Weg sein.

Lass uns leben in und mit Deiner Kirche.

Lass uns selbst Kirche sein, wie Du sie gewollt hast.

Sei gepriesen jetzt und in Ewigkeit.

Amen.

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