Freitag, 09.08.2019

Gemeinsame Gebetszeit

"Herr Jesus Christus,
wir sind Zeugen Deines Todes
und Deiner Auferstehung"

Est 4, 17k-m, r-t; Ps 18, 2-3.5.7a.17-20.29.50; Ez 37, 27; Joh 4, 19-24

H. Theresa Benedicta vom Kreuz (Edith Stein)

Edith Stein wurde am 12.Oktober 1891 in Breslau in eine fromme jüdische Familie geboren. Während ihres Studiums der Philosophie entfernte sich die hochbegabte junge Frau vom jüdischen Glauben. Die Erfahrung, dass die Witwe eines plötzlich verstorbenen Freundes in ihrem Glauben Kraft und Halt fand, führte Edith Stein zur Lektüre des Neuen Testaments. Eine Biographie der Hl.Theresa von Avila liess sie die Wahrheit erkennen - mit 31 Jahren wurde sie getauft. Nach Jahren als Lehrerin ging ihr sehnlichster Wunsch in Erfüllung - sie trat in den Kölner Karmel ein und erhielt den Namen Theresa Benedicta a Cruce - die vom Kreuz Gesegnete. In unvorstellbarer Weise wurde das Kreuz ihr Lebensweg, als sie nach der Flucht vor den Nationalsozialisten nur für kurze Zeit im Karmel von Echt Zuflucht fand und schließlich zusammen mit ihrer Schwester Rosa verhaftet und die lange und qualvolle Reise ins KZ Auschwitz-Birkenau  auf sich nehmen musste. Augenzeugen ihrer Reise berichten von dem Mut und der ruhigen, gläubigen Unerschütterlichkeit, mit der sie sich um die noch Ärmeren und Kranken kümmerte. Am 9. August 1942 starb sie zusammen mit ihrer Schwester Rosa in den Gaskammern vom Auschwitz. Ohne ihre Verwurzelung im jüdischen Volk ist Edith Stein nicht zu denken: "Komm, wir gehen für unser Volk" sagte sie zu ihrer Schwester, als sie verhaftet wurde. Ihre Schriften, die uns ihr kurzes, reiches Leben hinterlassen hat, können auch heute noch starken Einfluß auf das Selbstverständnis der Frau im katholischen Glauben haben. Papst Johannes Paul II. sprach Edith Stein am 11. Oktober 1998 heilig und ernannte sie am 1. Oktober 1999 zusammen mit Katharina von Siena und Birgitta von Schweden zur Patronin Europas.

Hymnus

Lass blind mich, Herr, die Wege gehn,

die deine sind.

Will deine Führung nicht verstehn,

bin ja dein Kind!

Bist Vater der Weisheit,

auch Vater mir.

Führest durch Nacht auch,

führst du doch zu dir.

Herr, lass geschehen, was du willst, ich bin bereit!

Auch wenn du nie mein Sehnen stillst

in dieser Zeit.

Bist ja der Herr der Zeit.

Das Wann ist dein.

Dein ew`ges Jetzt

einst wird es mein.

Mach alles wahr, wie du es planst

in deinem Rat.

Wenn still du dann zum Opfer mahnst,

hilf auch zur Tat.

Lass überseh`n mich ganz mein kleines Ich,

dass ich mir selber tot, nur leb für dich.

 

 

 

 

Psalm 59

Die Liebe Christi kennt keine Grenzen.

Entreiß mich den Feinden, mein Gott,*

beschütze mich vor meinen Gegnern!

 

Entreiß mich denen, die Unrecht tun,*

rette mich vor den Mördern!

 

Sieh her: Sie lauern mir auf,*

Mächtige stellen mir nach.

 

Ich aber habe keinen Frevel begangen und keine Sünde;*

Herr, ich bin ohne Schuld.

 

Sie stürmen vor und stellen sich auf.*

Wach auf, komm mir entgegen, sieh her!

 

Meine Stärke, an dich will ich mich halten,*

denn du, Gott, bist meine Burg.

 

Mein huldreicher Gott kommt mir entgegen;*

Gott lässt mich herabsehen auf meine Gegner.

 

Ich aber will deine Macht besingen,*

will über deine Huld jubeln am Morgen.

 

Denn du bist eine Burg für mich,*

bist meine Zuflucht am Tag meiner Not.

 

Meine Stärke, dir will ich singen und spielen,*

denn du, Gott, bist meine Burg, mein huldreicher Gott.

  

Ehre sei dem Vater und dem Sohn*

und dem Heiligen Geist

 

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit*

und in Ewigkeit. Amen

 

Die Liebe Christi kennt keine Grenzen.

Kurzlesung 1 Kor 1 18-19

Das Wort vom Kreuz ist denen, die verlorengehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft. Es heißt nämlich in der Schrift: Ich lasse die Weisheit der Weisen vergehen und die Klugheit der Klugen verschwinden.

Responsorium

V Treuer Gott, an Dich halten wir uns.

R Bewahre uns in Zeiten der Finsternis, dass wir dich loben, wenn dein Tag erscheint.

Impuls

Wenn die Seele in sich selbst leer und in sich geschlossen ist, ja, wenn das eigene, geräuschvolle Ich ganz fort ist, dann ist Raum und Stille, dass Anderes Platz finden und sich vernehmbar machen kann.

(Edith Stein)

Gebetsgedenken

Die Seele kann nur zu sich selbst kommen, wenn es ihr gerade nicht um sich selbst zu tun ist.

(Edith Stein)

Oration

Gott unserer Väter, du hast die heilige Märtyrin Theresa Benedicta vom Kreuz zur Erkenntnis deines gekreuzigten Sohnes geführt und in seine Nachfolge bis zum Tod gerufen. Auf ihre Fürsprache lass alle Menschen in Christus den Erlöser erkennen und durch ihn zur ewigen Schau deiner Herrlichkeit gelangen. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, Deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit Dir lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen.

V Singet Lob und Preis.
R Dank sei Gott, dem Herrn.

WIR BETEN GEMEINSAM MIT DEM KARDINALGROSSMEISTER:

Bei einigen Feiern zur Diplomverleihung im Heiligen Land richtete
sich Kardinal Edwin O’Brien mit folgenden Worten an die frisch diplomierten
Studenten katholischer Institutionen:
Ich betrachte die Ausbildung als:
? Die Entfaltung des Menschseins, und nicht als einen
Wettbewerb mit dem Ziel, ein Prüfungszeugnis zu
ergattern.
? Die Sorge um die Person, und nicht nur als das Streben,
besser zu sein als die anderen.
? Die Suche nach der Wahrheit, der Güte, der Schönheit…
und nicht die mechanische Wiederholung alter
Kenntnisse, die man sofort wieder vergisst, sobald man
sie ausgesprochen hat.
Sie werden die Gesellschaft verwandeln. Genau das feiern wir
heute. Sie sind die Generation, die dazu bestimmt ist, die Gesellschaft
in eine Welt zu verwandeln, die Sie braucht. Sie sind
frisch gebackene Diplomanden, die die Welt verwandeln werden,
denn durch Ihr Studium und Ihre Bildung haben Sie sich
verpflichtet, dies zu tun.
Was verstehe ich unter dem etwas abgenutzten Begriff „verwandeln“?
Darunter verstehe ich eine unaufhaltsame Veränderung.
Durch den Unterricht wurden Sie verwandelt. Sie können
nicht mehr ungelehrt und unwissend werden. Sie sind nicht
nur informiert: Sie sind auch ausgebildet und wurden verwandelt.
Dahinter können Sie nicht mehr zurück. Wenn Sie eine
Ausbildung erhalten haben, verändern Sie sich für immer…
Dahinter geht man nicht mehr zurück. […]
[Die Schulen und Universitäten sind] Orte, an denen die Men-
schen sich kennen, an denen sie Beziehungen auf intellektueller,
kultureller und geistlicher Ebene schaffen, entfalten und
pflegen. Es sind menschliche Begegnungen, die täglich stattfinden
und uns verwandeln sollten. […]
Mögen Ihre Erfahrungen der Welt, die Sie erwartet, sowie allen
Dingen, zu denen Sie ausersehen sind, Frieden, Liebe und
Hoffnung für viele Jahre bringen.
Edwin Kardinal O’Brien

Auferstehungsgebet

Herr, ich glaube und bekenne, dass Du von den Toten auferstanden bist. Dein Ende am Kreuz war ein neuer Beginn, neue Hoffnung, neues Leben - Freiheit und Freude. 

Herr, ich bitte Dich: Lass die Freude über Deine Auferstehung mein ganzes Herz erfassen, lass diese Osterfreude in mir nie ganz sterben. Schenke mir einen festen Glauben an deine Auferstehung, die Gewissheit, dass sie den Tod überwunden hat. 

Dir sei Lob und Ehre heute und alle Tage meines Lebens. Amen.

(Ordensgebetbuch S. 85)

Ordensgebet

Herr Jesus Christus,

Du rufst uns,

Zeugen Deiner Botschaft und Deiner Erlösung zu sein.

Wir sind Zeugen Deines Todes und Deiner Auferstehung,

Zeugen des Lebens, das Du gebracht hast,

Zeugen der Liebe, Zeugen der Freude.

Wir sind gerufen,

aus der Kraft Deines Kreuzes und Deiner Auferstehung,

durch unser Wort und unser christliches Leben,

den Menschen Hoffnung und Zuversicht zu geben.

Herr,

gib uns in Deinem Geist Mut zum Zeugnis.

Gib uns offene Augen,

offene Ohren

und ein offenes Herz für die Not der Menschen,

besonders für die Christen im Hl. Land,

die unserer persönlichen Sorge anvertraut sind.

Lass uns denken und handeln nach Deinem Wort und Beispiel.

Lass uns unsere Berufung leben mit den Schwestern und Brüdern,

die zur Gemeinschaft des Ritterordens gehören.

Lass uns miteinander auf dem Weg sein.

Lass uns leben in und mit Deiner Kirche.

Lass uns selbst Kirche sein, wie Du sie gewollt hast.

Sei gepriesen jetzt und in Ewigkeit.

Amen.

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